Kein Unbekannter

Rettung schwierig: Großwal ist schwer verletzt gestrandet

In der Lübecker Bucht, Deutschland, ist ein Großwal gestrandet. Das schwer verletzte Tier kämpft derzeit um sein Leben.

Anrainer wurden um 1:50 Uhr von lauten Rufen aufgeweckt. Ein Wal ist in dem 1,40 Meter flachen Wasser gestrandet und sitzt fest. Die Polizei und Wasserschutzpolizei waren schnell vor Ort und versuchen alles, das Tier irgendwie zu retten.

Mit dabei sind auch Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sowie die Mitarbeiter der Meeresschutzorganisation "Sea Shepherd". Laut ersten Erkenntnissen lebt der Wal noch, aber sein Zustand sei sehr kritisch.

Tier geschwächt

Das Tier ist kein Unbekannter für die Experten. Es soll sich um den gleichen Wal handeln, der seit Wochen durch die Ostsee irrt. Am Monatsbeginn tauchte er, gefangen in einem Fischernetz, im Hafen von Wismar auf. Die Einsatzkräfte konnten das Tier nur zum Teil befreien. Am vergangenen Freitag konnten Aktivisten der Meeresschutzorganisation "Sea Shepherd" weitere Netzreste entfernen.

Über den Zustand des Wals sagt "Sea Shepherd"-Sprecher Manuel Abraas gegenüber der "Bild": "Ehrlich gesagt, sieht es nicht gut für ihn aus." Das Tier sei sehr geschwächt und habe zu wenig Nahrung aufgenommen. Auch sollen noch einige Leinen an seinem Körper gewickelt sein.

 "Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist relativ gering" 

Frank Schweikert, Vorstand der Deutschen Meeresstiftung, befürchtet für den Wal keinen guten Ausgang: "Der Wal müsste sich jetzt erstmal ausruhen und dann kann man hoffen, dass er es vielleicht schafft, sich selber zu befreien. Aber ich halte die Überlebenswahrscheinlichkeit für relativ gering. Denn selbst, wenn man ihn jetzt von der Sandbank herunterbekäme, würde er nichts zu fressen finden. Und ob er den Ausweg aus der Ostsee wieder ins Freie Meer findet, ist weniger als wahrscheinlich."

Die fehlenden Gezeiten erschweren die Rettung. Diese könnten dem Jungbullen helfen, sich selbst zu retten. Ein Plan der Retter ist, das Tier mit Dutzenden Personen ins tiefere Wasser zu schieben oder zu ziehen.

Sven Biertümpfel erklärt: "Sicherlich ist das grundsätzlich möglich. Das Problem ist, dass der Wal nicht rückwärts schwimmen kann und er aus dem Tiefen gekommen und ins Flache geschwommen ist. Wenn er jetzt geradeaus weiter schwimmt, dann würde er in noch flachere Gewässer kommen. Man müsste ihn dann rückwärts von dieser Sandbank herunterziehen. Inwieweit das mit Menschenkraft machbar ist, ist fraglich. Wahrscheinlich müssten da eher technische Hilfsmittel zum Einsatz kommen."

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