Minus 273 Grad für Europas Sprung in Quantencomputer-Zukunft
Die Quantentechnologie als Schlüsseltechnologie der Zukunft kommt in Deutschland einen wichtigen Schritt voran. Am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching bei München ist ein neuartiger Quantencomputer offiziell in Betrieb genommen worden. Es sei ein Startschuss für die Reise in unbekannte Dimensionen, hieß es am Donnerstag.
- Pocher schlägt zu: Hetzerei gegen Söder-Tochter & Google Milliardär vor Opernball
- Bayerns Ministerpräsident weiß über Google-Milliardenliebe seiner Tochter Gloria Sophie Bescheid
- Bayrische Ministerpräsidenten-Tochter liebt diesen Google-Milliardär
Euro-Q-Exa ist einer von sechs im Zuge eines EU-Projekts konstruierten Quantensystemen, die in europäische Höchstleistungsrechner integriert und von der EuroHPC Joint Undertaking beschafft werden. Damit will sich die EU in diesem Bereich einen Platz an der Weltspitze sichern und eigene Rechen-Kapazitäten schaffen.
Kälter als das Weltall
Der neue Garchinger Quantencomputer, der in den dortigen Supercomputer SuperMUC-NG integriert ist und mit einer Technologie des deutsch-finnischen Start-ups IQM Quantum Computer arbeitet, hat eine Rechenleistung von 54 Quantenbits (Qubits). Er wird auf unter minus 273 Grad Celsius gekühlt, um die empfindlichen Recheneinheiten zu stabilisieren und nutzbar zu machen. Das gilt als physikalischer Nullpunkt. Zum Vergleich: Im Weltall herrscht eine Temperatur von etwa minus 270 Grad. Ergänzt wird Euro-Q-Exa voraussichtlich bis Jahresende um einen Quantencomputer mit etwa 150 Qubits.
"Mit Euro-Q-Exa verbinden wir die Stärken des Quanten- mit denen des Supercomputings. Forschende erhalten damit die Möglichkeit, neue Ansätze zu erproben, wegweisende Berechnungen umzusetzen und somit neue wissenschaftliche Dimensionen zu erschließen", sagte Dieter Kranzlmüller, Leiter des LRZ.
In Handel und Logistik einsetzbar
Quantencomputer können unter anderem in Handel und Logistik oder im Finanzwesen sowie für das Design von Mikrochips komplexe Rechenaufgaben lösen, etwa die effizienteste Verbindung von Standorten. Schon bei zehn Standorten entstehen mehrere Millionen Möglichkeiten, bei 58 steigt die Zahl der Varianten auf eine Tredezillion – das ist eine Zahl mit 78 Stellen. Das mache die Berechnung mit klassischen Rechenmethoden äußerst aufwendig.
Das Unternehmen IQM, das den Quantencomputer am LRZ gebaut hat, ist eine finnisch-deutsche Ausgründung der Aalto-Universität. Zur Eröffnung kam die EU-Vizepräsidentin für Technologie, Henna Virkkunen, die aus Finnland stammt.