Ein wolkenloses Satellitenbild von Deutschland sorgt im Netz für massive Unruhe. Meteorologen zeigen sich über die darauf folgenden Verschwörungserzählungen und "Chemtrail"-Vorwürfe fassungslos.
Der Beitrag von Kachelmannwetter-Experte Fabian Ruhnau aus Bochum ging am Freitag viral, nachdem er ein Bild der wolkenlosen Region über Deutschland und den Benelux-Staaten geteilt hatte. Was als fachlicher Kommentar gedacht war, entwickelte sich in sozialen Netzwerken schnell zu einer Plattform für haltlose Behauptungen.
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Reaktionen sorgen für Kopfschütteln
Unter dem Posting sammelten sich bizarre Kommentare. Ein User mutmaßte etwa, dass "Chemtrail-Piloten zum 1. Mai wohl auch frei" hätten, während ein anderer behauptete, der Himmel sei dennoch "versprüht". Ruhnau reagierte am Samstag bestürzt auf die Dynamik: "Was ist bitte mit diesem Posting passiert?", fragte der Meteorologe. Sein Fazit fiel beklemmend aus: "Der Schwurbel regiert mehr und mehr dieses soziale Netzwerk hier."
Keine Belege für Chemikalien
Wissenschaftlich betrachtet ist an der "Chemtrail"-Verschwörung absolut nichts dran. Es existieren keinerlei Belege dafür, dass Flugzeuge gezielt Chemikalien in der Atmosphäre versprühen. Bei den sichtbaren Streifen am Himmel handelt es sich schlicht um Kondensstreifen, die aus Wasserdampf beziehungsweise Eiskristallen bestehen.
Bezug zur österreichischen Politik
Auch in Österreich ist das Thema kein unbekanntes. Der bekannte Meteorologe Marcus Wadsak erinnerte in diesem Zusammenhang an eine parlamentarische Anfrage aus dem Jahr 2018. Damals mussten sich die Grünen mit dem Thema befassen, um eine Verschwendung öffentlicher Gelder für Verschwörungstheorien zu verhindern. Im Zuge dessen wurde auch der damalige FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer mit früheren Aussagen zu diesem Thema konfrontiert. Wadsak betonte, dass die Faktenlage längst geklärt sei und selbst internationale Staatschefs diesen Mythos bereits offiziell zurückgewiesen haben.