Jean-Claude Mas

Frankreich

Dr. Silikon: "Ich habe betrogen"

Im Prozess um defekte Brust-Implantate sagte erstmals der Hauptangeklagte aus.

Er setzte die Gesundheit Tausender Frauen aufs Spiel, Freitag sahen ihm Hunderte der Opfer direkt in die Augen: Jean-Claude Mas, Ex-Chef der Brustimplantate-Firma PIP und Hauptangeklagter im Silikon-Prozess, sagte erstmals vor Gericht aus: „Es war Betrug. Das PIP-Gel war nicht zugelassen, aber es hätte durchaus zugelassen werden können“, gab der 73-Jährige zu. Der Aussage folgte gespenstische Stille im vollen Gerichtssaal in Marseille.

Untersuchung: Firma hat sich 1 Million Euro gespart
Dann verteidigte sich Mas aufs Schärfste: „Die Silikoneinlagen sind kein Risiko. Bei der Bindekraft ist es dem anerkannten Nusil sogar überlegen. Bei der Giftigkeit ist es genauso“, meinte er. So widersprach er dem Vorwurf, dass die von PIP hausgemachten Implantate giftig seien. Ob er sich denn „qualifiziert“ fühlte, fragte ihn der Richter. „Ja, ich bin qualifiziert, trotz meiner vielfältigen Karriere.“ Laut einer Untersuchung ersparte sich die Firma durch das Billig-Silikon eine Million Euro, trotzdem ging PIP 2010 pleite. 5.250 Frauen, darunter 73 Österreicherinnen, klagten Jean-Claude Mas und vier weitere Ex-Mitarbeiter wegen Betrugs und schwerer Verbrauchertäuschung. „Er versteckt sich vor nichts. Ich bin mir aber sicher, dass er verurteilt wird“, sagte Isabelle Traeger, eine der Klägerinnen, danach. Das Urteil könnte am 17. Mai fallen.

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