Iran-Krieg

Öl-Raffinerie in Saudi-Arabien bei Luftangriff attackiert

Der Iran hat die Straße von Hormuz, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird, fast vollständig blockiert.

Washington/Riad. Eine Ölraffinerie in der saudi-arabischen Hafenstadt Yanbu ist Ziel eines Luftangriffs geworden. Die Auswirkungen seien jedoch minimal, verlautete aus Branchenkreisen. Die Revolutionsgarden des Iran hatten zuvor eine Warnung und Evakuierungsaufruf für Ölanlagen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar veröffentlicht. Sie galt auch für die attackierte SAMREF-Raffinerie. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit der Zerstörung eines ganzen Gasfeldes.

Diese wird gemeinsam vom saudi-arabischen Ölriesen Saudi Aramco und dem US-Konzern Exxon Mobil betrieben wird. Der Hafen von Yanbu am Roten Meer ist derzeit die einzige Exportmöglichkeit für Rohöl aus den arabischen Golfstaaten. Der Iran hat die Straße von Hormuz, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird, fast vollständig blockiert. Eine Stellungnahme von Saudi Aramco lag zunächst nicht vor.

Auch in Kuwait wurde bei einem Drohnenangriff laut Berichten der Staatsmedien eine große Raffinerie getroffen. In einem Teil der Anlage brach ein Feuer aus, wie die kuwaitische Nachrichtenagentur am Donnerstag berichtete. Bei dem Angriff auf die Mina-Al-Ahmadi-Raffinerie des Staatsunternehmens Kuwait Petroleum Corporation wurde demnach niemand verletzt.

Seit Beginn des Iran-Krieges nimmt der Iran immer wieder Energieeinrichtungen in der Golfregion ins Visier. Israel und die USA hatten am 28. Februar mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Der Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golf-Staaten sowie US-Einrichtungen in der Region. Unter anderem beschoss die iranische Armee Ölanlagen in mehreren Ländern der Region um den Persischen Golf sowie Öltanker.

USA an der Seite Israels

Trump drohte Teheran mit der vollständigen Zerstörung des Gasfeldes South Pars, sollten weitere Angriffe auf Katar erfolgen. Am Mittwoch hatte es Angriffe auf das Gasfeld gegeben, was den Ölpreis nach oben getrieben hatte. Es war aus diesem Anlass, dass der Iran mit weiterem Raketenbeschuss auf Energieanlagen in Katar und Saudi-Arabien reagierte.

Trump erklärte, Israel habe das iranische Gasfeld attackiert, ohne die USA vorher darüber zu informieren. Israel habe "aus Wut" über die Geschehnisse im Nahen Osten "heftig um sich geschlagen", schrieb der US-Präsident am Mittwochabend auf der Online-Plattform X. "Es werden keine weiteren Angriffe Israels auf dieses extrem wichtige und wertvolle South-Pars-Feld erfolgen, es sei denn, der Iran entscheidet sich unklugerweise dazu, ein sehr unschuldiges Land, in diesem Fall Katar, anzugreifen." Sollte dies geschehen, würden die USA "mit oder ohne die Hilfe oder Zustimmung Israels das gesamte South-Pars-Gasfeld massiv in die Luft jagen, mit einer Stärke und Kraft, die der Iran noch nie gesehen oder erlebt hat".

South Pars liegt unter dem Persischen Golf und ist das größte Erdgasvorkommen der Welt. Es wird vom Iran und Katar beansprucht und genutzt. Am Donnerstag griff der Iran erneut Gasanlagen in Katar und auch wieder Ziele in Saudi-Arabien an.

Schäden an Flüssiggasanlagen in Katar

Die gegenseitigen Angriffe haben Sorgen um die globale Energieversorgung geschürt und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Der staatliche Energiekonzern QatarEnergy meldete am Donnerstag "beträchtliche Brände" und umfassende Schäden in mehreren Flüssiggasanlagen in der Industriestadt Ras Laffan. Dort wird etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Angebots verarbeitet. Saudi-Arabien fing nach eigenen Angaben vier auf Riad abgefeuerte ballistische Raketen ab. Trump betonte, die USA hätten keine Vorauskenntnis von dem israelischen Schlag gehabt. Das "Wall Street Journal" hatte dagegen zuvor berichtet, der Präsident habe den Plänen zugestimmt.

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