Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein steigt der Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer.
Der ehemals hochrangige Mitarbeiter des Außenministeriums Olly Robbins, der erst kürzlich entlassen worden war, warf Starmers Büro am Dienstag vor, im vergangenen Jahr wiederholt auf die rasche Ernennung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in Washington gedrungen zu haben.
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Mandelson wurde im September als Botschafter entlassen. Er steht im Verdacht, als Minister im britischen Kabinett 2009 vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben zu haben.
Es habe im Jänner 2025 sehr häufige Anrufe aus dem Amtssitz des Premierministers gegeben, sagte Robbins vor einem Parlamentsausschuss. Starmer hatte am Montag erklärt, Mandelsons Ernennung zum Botschafter in den USA sei ein Fehler gewesen. Er wies die Schuld jedoch seinen Mitarbeitern zu. Diese hätten ihn nicht darüber informiert, dass ein Sicherheitsgremium von Mandelson abgeraten habe. Hätte er dies gewusst, hätte er ihn nicht ernannt, sagte der Premierminister.
Ex-Mitarbeiter widerspricht Starmers Darstellung
Robbins, der vergangenen Donnerstag von Starmer und Außenministerin Yvette Cooper entlassen worden war, wehrte sich gegen diese Darstellung. Das Gremium habe den Fall als grenzwertig eingestuft und eher gegen eine Sicherheitsfreigabe tendiert. Zugleich habe in Starmers Büro die Erwartung geherrscht, Mandelson so schnell wie möglich auf den Posten zu bringen.
Der Streit über die Ernennung Mandelsons zum Botschafter und dessen Beziehungen zu Epstein hat bereits zu Rücktrittsforderungen gegen Starmer geführt. Die Affäre um die Folgen des Epstein-Skandals in Großbritannien hatte sich vergangenen Jänner zugespitzt, als das US-Justizministerium E-Mails veröffentlichte, aus denen die Weitergabe vertraulicher Informationen an Epstein durch Mandelson hervorgeht. Die britische Polizei leitete daraufhin Ermittlungen ein. Starmer hatte sich für die Ernennung entschuldigt und Mandelson eine "Kette von Täuschungen" vorgeworfen.
mhh