Gegen USA

Ein Toter bei Protesten im Irak

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Die Demonstranten fordern den Abzug der US-Truppen aus dem Irak.

Sicherheitskräfte haben in der nordirakischen Metropole Mossul eine Demonstration gegen das US-Militär gewaltsam aufgelöst. Beim Einsatz von Schusswaffen starb am Freitag ein Demonstrant, 44 Menschen wurden verletzt, wie Ärzte mitteilten. Zunächst hatten Augenzeugen berichtet, die Sicherheitskräfte hätten in die Luft geschossen, um rund 2000 Demonstranten an einem Marsch in das Stadtzentrum zu hindern. Nach Angaben aus einem Krankenhaus müssen sie auch direkt auf die Demonstranten geschossen haben. Der Tote, ein 23-jähriger Mann, habe eine Schusswunde im Kopf.

Protest gegen Verbleib der US-Soldaten im Irak
Die Kundgebung richtete sich gegen den möglichen Verbleib von US-Soldaten im Irak nach dem Ende dieses Jahres, wenn die US-Truppen vereinbarungsgemäß abgezogen werden. Irakische Regierungsvertreter hatten zuletzt zu erkennen gegeben, dass sie keinem neuerlichen Stationierungsmandat für US-Truppen zustimmen würden. Allerdings könnten amerikanische Ausbildner und Militärberater auch weiter im Land bleiben. Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Freitag auch im Zentrum von Bagdad. Ihr Protest richtete sich gegen das Versagen der städtischen Dienstleistungen, gegen die Korruption und gegen die Arbeitslosigkeit.

Regierungsvertreter der USA und des Irak prüfen laut einem Bericht des "Wall Street Journal", ob auch über den für das Jahresende geplanten Abzugstermin hinaus US-Soldaten im Irak bleiben sollen. US-Kommandanten seien der Auffassung, dass sich mit mindestens 10.000 Soldaten die Sicherheitslage weiter verbessern ließe und eine Ausweitung des Einflusses des Iran verhindert werden könne, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsvertreter. Die Gespräche seien aber prekär, da Washington seinen Einsatz eigentlich beenden wolle und der Irak Proteste oder eine Verstärkung der religiösen Konflikte befürchte. Derzeit sind noch 50.000 US-Soldaten im Irak stationiert.

USA fordern Entscheidung vom Irak
US-Generalstabschef Admiral Michael Mullen forderte die irakische Regierung am Freitag auf, sich schell zu entscheiden, ob sie über einen Verbleib von US-Soldaten in ihrem Land sprechen wolle. Die Gespräche darüber müssten sehr schnell beginnen, bevor in den nächsten Wochen unumkehrbare Entscheidungen für den Abzug getroffen würden, sagte Mullen in Bagdad.

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