Keine Fortschritte bei Atomverhandlungen

Atomgespräche mit Iran

"Es riecht nach Krieg!"

So schätzt ein anonym bleibender Diplomat die Verhandlungen in Moskau ein.

Die Atomgespräche mit dem Iran stehen vor dem Aus. Nach dem schleppenden Beginn der Verhandlungen unter der Leitung von Catherine Ashton als Vertreterin der 5+1 Gruppe (die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien plus Deutschland) und Saeed Jalili aus dem Iran bremste ein europäischer Diplomat, der nicht beim Namen genannt werden, allzugroße Erwartungen. "Es  riecht nach Krieg", verriet er am Montagnachmittag die Stimmung bei den Verhandlungen.

 "Ich will den Teufel ja nicht an die Wand malen, aber glauben Sie mir, dass es noch sehr große Erwartungshaltungen im Konflikt gibt, die die jeweils andere Seite nicht bereit ist zu erfüllen. Ich habe lediglich den Eindruck, dass Moskau unentwegt Krisenfeuerwehr spielt, um einen ergebnislosen Abbruch der Gespräche um jeden Preis zu verhindern", so der Diplomat.

Ein Scheitern würde wohl nicht nur das Ende der diplomatischen Bemühungen bedeuten, sondern auch den Beginn militärischer Optionen. Die Regierung in Israel, die das iranische Atomprogramm als ernsthafte Bedrohung einstuft, ist gegen Verhandlungen und hat Militärschläge gegen iranische Atomanlagen wiederholt in Erwägung gezogen.

Die Welt blickte gespannt nach Moskau, wo die sogenannte 5 plus 1 Gruppe mit dem Iran einen weiteren Versuch unternehmen wollte, doch noch eine friedliche Lösung im Konflikt rund um die umstrittene iranische Urananreicherung zu finden. Die Chancen dafür stehen offenbar sehr schlecht.

Ob am Dienstag weiterverhandelt wird, soll am Abend beschlossen werden.

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