Franzosen mauern Flüchtlingsheim zu

18 Meter lange Mauer

Franzosen mauern Flüchtlingsheim zu

Protestaktion gegen Unterbringung von 85 Flüchtlingen in früherem Billighotel.

Aus Protest gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Südfrankreich haben Anrainer die Zufahrt zu dem Gelände zugemauert. Die 18 Meter lange und 1,80 Meter hohe Mauer wurde am Montagmorgen errichtet, wie die Organisatoren der Protestaktion mitteilten.

In der nahe der südwestfranzösischen Stadt Tarbes gelegenen Gemeinde Semeac wird derzeit ein früheres Billighotel in eine Flüchtlingsunterkunft mit Platz für 85 Bewohner umgewandelt.

"Wir sind nicht gegen die Aufnahme" von Flüchtlingen, "man muss etwas für diese Menschen in Schwierigkeiten tun", sagte Laurent Teixeira vom Collectif Semeac, das gegen die Unterkunft mobil macht. "Man muss aber auch an die Bürger denken." Die Anrainer seien nicht zu dem Projekt befragt worden. Auch sei die Ankunft der Flüchtlinge nicht ausreichend vorbereitet.

Frankreich ist von der Flüchtlingskrise in Europa deutlich weniger betroffen als beispielsweise Italien, Griechenland oder Deutschland. Trotzdem gibt es in dem Land große Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Die öffentliche Hand hat deswegen unter anderem 62 Billighotels des Konzerns AccorHotels gekauft, um sie in Flüchtlingsunterkünfte umzuwandeln. In der Vergangenheit hat es in Frankreich immer wieder Proteste gegen die Eröffnung neuer Flüchtlingsunterkünfte gegeben.
 

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