Zahlreiche Opfer kommen jetzt in einem neuen Buch zu Wort.
Wenn Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi († 69) Schulen besuchte, nannte er sich selbst „Papa“. Legte er dann einem Mädchen väterlich die Hand auf den Kopf, bedeutete das nichts Gutes: Das so ausgewählte Kind wurde in den Harem des Tyrannen verschleppt. Die jungen Mädchen wurden vergewaltigt, geschlagen und erniedrigt – viele über Jahre. Von ihrem Schicksal berichten einige Opfer jetzt in einem neuen Buch der französischen Journalistin Annick Cojean: „Die Beute – Im Harem von Gaddafi“.
Ausgeliefert
Soraya, heute 23, damals 15, verweigerte sich Gaddafi anfangs. Da verprügelten seine Untergebenen das Mädchen, brachten es dann zu ihrem Herrn. Der lag nackt auf seinem Bett im Palast, sagte: „Hab keine Angst. Ich bin dein Papa. Du bleibst für immer bei mir.“ Im Harem vergewaltigte Gaddafi Soraya regelmäßig, urinierte sogar auf sie.
Leben zerstört
Der Diktator wurde 2011 getötet. Aber viele seiner Haremsmädchen leiden noch heute: Weil sie keine Jungfrauen mehr sind, werden sie von ihren Familien verstoßen.
VIDEO: So verlief Gaddafis Gefangennahme
Gaddafi getötet: Sein Leben in Bildern
Rebellen bejubeln das Ende Gaddafis
Rebellen bejubeln das Ende Gaddafis
© AP
Rebellen bejubeln das Ende Gaddafis
© AP
Rebellen bejubeln das Ende Gaddafis
© AP
Staatsbesuche: So traf Gaddafi die Welt
Gaddafi und Haider in Tripolis18.April 2004: Gaddafi empfängt Jörg Haider, Hubert Gorbach und Ursula Plassnik in Tripolis.
© APA/EPA
Gaddafi und Ferrero-Waldner im Beduinenzelt4.Mai 1999: Gaddafi empfängt die damalige österreichische Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) in seinem Beduinenzelt in Tripolis.
© APA/EPA
Gaddafi und Obama9. Juli 2009: Begegnung zwischen Gaddafi und US-Präsident Obama auf dem G8-Gipfel im italienischen L'Aquila
© Reuters
Gaddafis Farm: Rebellen erobern Ferienhaus
Die Rebellen sind Gaddafi dicht auf den FersenIm Bett des Machthabers: Diese Rebellen ruhen sich nach der Übernahme der Gaddafi Farm aus.
© Reuters
Die Rebellen sind Gaddafi dicht auf den FersenDas Anwesen liegt 138 km von Abu Grein entfernt.
© Reuters
Die Rebellen sind Gaddafi dicht auf den FersenEin überdimensional großer Swimming Pool gehörte zu dem Landhaus.
© Reuters
Die letzten Minuten in Gaddafis Leben
Gaddafi wurde verletzt, aber lebend gefasst.Der ehemalige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi ist offenbar noch lebend in die Hand der Aufständischen gefallen
© Reuters
Gaddafi wurde verletzt, aber lebend gefasst.In einem von Al-Arabija und CNN ausgestrahlten verwackelten Video soll Gaddafi zu sehen sein, wie er von Milizionären umringt wird.
© Reuters
Gaddafi wurde verletzt, aber lebend gefasst.Er scheint noch auf eigenen Beinen zu stehen und zu wanken
© Reuters
Tod in Sirte: Al-Jazeera zeigt Gaddafis Leiche
Der tote Muammar al-Gaddafi
© Reuters
Der tote Muammar al-Gaddafi
© EPA
Der tote Muammar al-Gaddafi
© EPA
Nach Gaddafis Tod: Alle Reaktionen
Anders Fogh Rasmussen, NATO-GeneralsekretärDer NATO-Generalsekretär sieht mit dem Tod Gaddafis das "Ende des Schreckens" gekommen. Er kündigt an, dass die NATO den Militäreinsatz in Libyen in Absprache mit der UNO und dem libyschen Übergangsrat bald beenden werde.
Rasmussen rief die Angehörigen des Nationalen Übergangsrates zur Mäßigung auf und warnte vor Repressalien gegenüber Zivilisten und den verbliebenen Gaddafi-Anhängern.
© EPA
Barack Obama, Präsident der Vereinigten Staaten von AmerikaUS-Präsident Barack Obama hat den Tod des Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi als "Ende eines langen und schmerzhaften Kapitels" bezeichnet. Das libysche Volk habe nun die Chance, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sagte Obama. Die Libyer hätten aber auch eine "große Verantwortung", eine Regierung zu schaffen, die alle gesellschaftlichen Gruppen einschließe. Der Einsatz der NATO werde nach Gaddafis Tod jedenfalls "bald zu Ende gehen", so der US-Präsident.
© Reuters
William Hague, britischer AußenministerDer britische Außenminister William Hague kritisiert die "außergerichtliche Exekution" von Gaddafi, seinen Familienmitgliedern und engsten Vertrauten. Ihm wäre es lieber gewesen, Gaddafi und seine Gefolgsleute hätten sich vor Gericht für ihre Taten verantworten müssen. Er werde angesichts des Todes von Muammar al-Gaddafi aber "sicher nicht in Tränen ausbrechen", fügte Hague in einem Interview mit dem Sender Sky News hinzu.
© EPA/STR