Gift-Affäre

Konflikt mit Russland eskaliert

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Russland zitierte Botschafter aus 23 Ländern ins Außenministerium.

Im Streit über den Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal hat Russland 59 Diplomaten aus 23 Ländern ausgewiesen. Damit reagiert Russland auf die Massenausweisungen seiner Diplomaten aus westlichen Ländern. Diese Anordnungen entbehrten jeglicher Grundlage, kritisierte das russische Außenministerium.

Etwa 130 Vertreter Russlands müssen Staaten wie die USA, Großbritannien oder Frankreich verlassen. Mehrere EU-Staaten, darunter Österreich, Luxemburg, Griechenland und Bulgarien, hatten sich nicht an der Aktion beteiligt. Die Regierung in London macht für den Giftanschlag im südenglischen Salisbury Russlands Präsident Wladimir Putin verantwortlich.
 

60 US-Diplomaten ausgewiesen & Konsulat geschlossen

Bereits am Donnerstag hatte Russland 60 US-Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt und die Schließung des amerikanischen Konsulats in St. Petersburg angeordnet. Die Vorbereitungen dafür liefen inzwischen an. Umzugswagen machten mehrere Fuhren.

Am Freitag wurden dann die Botschafter von 23 Ländern das Außenministerium in Moskau zitiert, darunter Deutschland. Der deutsche Außenminister Heiko Maas sagte, Deutschland bleibe zum Dialog mit Russland bereit. "Unsere Reaktion im Fall Skripal war als politisches Signal notwendig und angemessen, aus Solidarität mit Großbritannien und weil sich Russland bisher jeglicher Aufklärung des Sachverhalts verweigert."
 

Ultimatum an Großbritannien

Auch Großbritanniens Botschafter Laurie Bristow wurde erneut vorgeladen. Ihm wurde dem russischen Außenministerium zufolge mitgeteilt, dass die Regierung in London einen Monat Zeit hat, die Zahl der diplomatischen Vertreter in Russland auf die selbe Zahl russischer Vertreter in Großbritannien zu reduzieren. Wie groß die Einschnitte sind, war zunächst nicht klar. Die Reaktion Russlands sei bedauerlich, sagte eine Sprecherin der britischen Außenministeriums. Russlands Verletzung internationalen Rechts sei eklatant. Bei vier Ländern - Belgien, Ungarn, Georgien und Montenegro - behielt sich Russland weitere Schritte vor.

Zumeist demonstrieren Mitgliedstaaten der NATO und der EU Solidarität mit Großbritannien. Deutschland wies vier russische Diplomaten aus, unter den nun aus Moskau ausgewiesenen Diplomaten sind auch vier Vertreter aus Deutschland, wie das Auswärtige Amt am Freitag bekannt gab. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe im Streit über die Vergiftung Skripals und seiner Tochter Julia zurück und kritisiert, dass Großbritannien Beweise schuldig geblieben sei.

Eigenen Angaben zufolge will das Land die angespannten Beziehungen zu anderen Staaten reparieren. Vorwürfe aus den USA, die Regierung in Moskau sei nicht an Diplomatie interessiert, träfen nicht zu, sagte ein Sprecher Putins.

Der Streit hat die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen extrem belastet. Die schwer verletzte Tochter Skripals ist Klinikangaben zufolge auf dem Weg der Besserung. Der BBC zufolge ist sie bei Bewusstsein und spricht.
 

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