Harte Strafen

Senegal verdoppelt Haft für homosexuelle Paare

Im Senegal drohen homosexuellen Paaren künftig deutlich höhere Strafen. Das Parlament beschloss fast einstimmig eine Verdopplung der Höchststrafe. 

Das Parlament im Senegal hat ein Gesetz zur deutlichen Verschärfung der Strafen für gleichgeschlechtliche Beziehungen verabschiedet. Der am Mittwoch fast einstimmig beschlossene Entwurf sieht künftig fünf bis zehn Jahre Haft für homosexuelle Paare wegen sogenannter "widernatürlicher Handlungen" vor.

Bisher lag das Strafmaß bei ein bis fünf Jahren Gefängnis. Zusätzlich sollen auch die Geldstrafen erhöht werden.

Auch Unterstützung kann bestraft werden

Nach der neuen Regelung sollen auch Menschen bestraft werden, denen die Förderung oder Finanzierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen vorgeworfen wird. In solchen Fällen drohen drei bis sieben Jahre Haft.

Gleichzeitig stellt das Gesetz auch Personen unter Strafe, die andere ohne Beweise eines Verstoßes beschuldigen. Bevor die neuen Bestimmungen in Kraft treten können, muss der Entwurf noch von Präsident Bassirou Diomaye Faye unterzeichnet werden.

Festnahmen und öffentliche Namensnennung

Senegalesische Medien berichten seit Februar beinahe täglich über Festnahmen im Zusammenhang mit dem LGBTQ-feindlichen Gesetz. Viele dieser Fälle basieren laut Berichten auf Anschuldigungen oder Handy-Durchsuchungen. Die Namen der Festgenommenen werden häufig öffentlich gemacht.

Homosexualität in vielen Ländern Afrikas strafbar

Im Senegal und in vielen afrikanischen Staaten gilt Homosexualität weiterhin als Tabu. In mindestens 32 der 54 Länder Afrikas sind gleichgeschlechtliche Beziehungen verboten. In einigen Staaten drohen besonders harte Strafen. In Uganda, Mauretanien und Somalia kann bei entsprechenden Vergehen sogar die Todesstrafe verhängt werden.

Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

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