James Cartwright

Ermittlungen

Hat Ex-Top-Soldat Geheimnisse verraten?

Er soll Informationen über einen Cyberangriff weitergegeben haben.

Der ehemals zweithöchste Offizier der USA steht nach einem Bericht des Senders NBC im Verdacht, geheime Informationen an die "New York Times" weitergegeben zu haben. Dabei gehe es um die Enthüllung einer verdeckten US-Cyberattacke gegen das iranische Atomprogramm, meldete NBC am Donnerstag (Ortszeit). Das Justizministerium habe inzwischen Ermittlungen gegen den pensionierten General James Cartwright eingeleitet, der von 2007 bis 2011 stellvertretender US-Generalstabschef war.

Cartwright sei über die Untersuchungen informiert worden, hieß es weiter. NBC berief sich dabei auf Justizkreise. Eine Bestätigung des Ministeriums lag aber zunächst nicht vor. Auch Cartwright selbst äußerte sich nicht.

"Olympic Games"
Die "New York Times" hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass Cartwright unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush die Idee für die Cyber-Operation mit dem Codenamen "Olympic Games" (Olympische Spiele) gehabt und sie dann auch geleitet habe. Präsident Barack Obama habe dann eine Beschleunigung des Programmes angeordnet. 2010 seien dann bei einem Angriff mit dem Computer-Virus "Stuxnet" vorübergehend 1000 Zentrifugen zur Urananreicherung im Iran lahmgelegt worden.

Der Zeitungsbericht beschrieb geheime Treffen im Weißen Haus und berief sich auf Interviews mit "derzeitigen und früheren amerikanischen, europäischen und israelischen Offiziellen, die in das Programm verwickelt waren". Demnach habe der US-Geheimdienst NSA zusammen mit Israelis "Stuxnet" entwickelt.

Snowden-Affäre
Die National Security Agency (NSA) steht auch im Zentrum der Enthüllungen Snowdens. Der 30-Jährige hatte sich eigens in die Dienste des US-Militärnachrichtendienstes begeben, um dessen Überwachungs- und Ausspähprogramme öffentlich zu machen, wie er der "South China Morning Post" in einem Interview sagte. Allein aus diesem Grund habe er einen Job bei einer Beraterfirma angenommen, die im Auftrag der NSA an der Internet-Überwachung beteiligt war.

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