So tickt der Terror-Pate von Paris

ISIS-Killer

So tickt der Terror-Pate von Paris

Bereits im Februar prahlte Abaaoud mit Anschlägen auf Europa.

Sechs Tatorte, mehr als ein halbes Dutzend Attentäter, schwere Waffen und fast 130 Tote - die Terrorserie von Paris war bis ins Detail geplant. Der mutmaßliche Drahtzieher ist für die Polizei kein Unbekannter.

 Den Namen Abdelhamid Abaaoud dürfte mancher Franzose künftig im selben Atemzug nennen mit dem früheren Al-Kaida-Terrorführer Osama bin Laden. Der 28-Jährige, meistgesuchter Islamist Belgiens, lebte früher in dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Er soll aus Marokko stammen und wurde bereits seit einem vereitelten Terroranschlag auf Polizisten im ostbelgischen Verviers im vergangenen Jänner gesucht. Bei dem Einsatz von Polizei-Spezialkräften waren zwei gesuchte Terroristen ums Leben gekommen, Abaaoud soll Kopf der gesprengten Terrorzelle gewesen sein.

Prahlte bereits im Februar mit Anschlägen
Auch bekannt als Abu Umar al-Baldshiki verheimlicht Abaaoud seine Terrorpläne keineswegs: Nach Angaben der englischen Tageszeitung "Guardian" rühmte er sich in einem Interview mit dem über das Internet verbreiteten Propagandamagazin "Dabik" des Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mehrerer Terrorplanungen gegen den Westen. Diese habe er von Belgien aus und "direkt vor der Nase des belgischen Geheimdienstes" organisiert. Als bereits gesuchter Islamist sei er sogar kontrolliert worden, behauptet er, der Polizist habe ihn aber nicht erkannt. Später soll er nach Syrien gereist sein, um sich dort dem Kampf des IS anzuschließen.

Komplizen getötet
Das Propagandamagazin führte dabei ein ausführliches Interview mit dem Terroristen. Zunächst will der Redakteur wissen, was er im Jänner in Belgien gemacht habe. Abaaoud antwortete: Gott habe ihn und zwei weitere Männer (Abuz-Zubayr al-Baljiki und Abu Khalid al-Baljiki) auserwählt, um nach Europa zu reisen und die Menschen dort anzugreifen. Es sei für die Jihadisten allerdings nicht leicht gewesen nach Europa hineinzukommen.

In weiterer Folge des Interviews will der Reporter wissen, wie die beiden Komplizen ums Leben kamen. Abaaoud antwortete dabei: „Abuz-Zubayr und Abu Khalid waren zusammen in dem Safehouse und verschanzten sich. Dann seien 150 Soldaten von französischen und belgischen Spezialeinheiten gekommen. Beim folgenden Schusswechsel wurden sie getötet.

Allah sei ihnen gnädig
Zum Abschluss des Interviews betont der ISIS-Killer noch einmal, dass Allah allen Muslimen gnädig sei, die „fruchtvolle Taten“ begangen und dabei „Kreuzfahrer in Amerika und Europa terrorisiert hätten.



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