Fukushima wieder mit Strom versorgt

Aber keine Kühlung

Fukushima wieder mit Strom versorgt

Die Kühlsysteme konnten noch nicht in Betrieb genommen werden.

Der Reaktor 2 im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins ist wieder mit dem Stromnetz verbunden. Nach Angaben des Betreiberunternehmens Tepco vom Sonntag konnten die Kühlsysteme jedoch noch nicht wieder in Betrieb genommen werden. Die Reaktorblöcke 5 und 6 werden wieder gekühlt und sind in einer stabilen Lage ("cold shutdown"). Das teilten am Sonntag die Behörden nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo mit.

Test
Ein Tepco-Sprecher sagte, nach dem Anschluss des Reaktors 2 an das Stromnetz müsse aus Sicherheitsgründen zunächst geprüft werden, inwiefern das Kühlsystem und andere Anlagen funktionsfähig seien. Wann die Tests abgeschlossen werden könnten, sei unklar.

Neue Stromleitung
Tepco hatte am Freitag eine neue Stromleitung zu dem Meiler verlegt, um zunächst den Reaktor 2 und später auch den Reaktor 1 wieder an das Stromnetz anschließen zu können. Durch das Erdbeben und den Tsunami war dort die Notstromversorgung zerstört worden. Regierungssprecher Yukio Edano erklärte, dass das Kraftwerk nie wieder in den regulären Betrieb gehen solle.

Notdürftige Kühlung
Unterdessen setzten Ingenieure, Soldaten und Feuerwehrleute ihre Bemühungen fort, die vier überhitzten Reaktorblöcke 1 bis 4 notdürftig zu kühlen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa sollen die Reaktoren "rund um die Uhr" besprüht werden. Am Reaktor 3 wurden bei einem neuen Kühleinsatz Spezialfahrzeuge der Feuerwehr in Tokio eingesetzt. Die Armee kühlte Reaktor 4 mit Hochdruck-Wasserschläuchen. Erschwert wurde der Einsatz durch die hohe Strahlung, die einen Aufenthalt bei den Reaktoren nur kurzzeitig erlaubte. Am Sonntag wollte die Atomaufsicht erneut den Druck in den Reaktoren prüfen.

In den Präfekturen Fukushima und Ibaraki nahe der Atomanlage wurden nach Edanos Angaben in Milch und Spinat erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen. Gesundheitsschädlich seien sie aber nicht. Nach Regierungsangaben wurde im Trinkwasser von Tokio und anderen Städten eine ungewöhnlich hohe, wenn auch unbedenkliche Konzentration von radioaktivem Jod gefunden. In Taiwan entdeckten die Behörden radioaktiv belastete Bohnen aus dem Süden Japans. Die japanische Regierung wies die örtlichen Behörden an, Nahrungsmittel verstärkt auf Strahlung zu prüfen.

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