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Mit 96 Jahren

Kult-Sänger Harry Belafonte ist gestorben

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Der Sänger, Schauspieler und Bürgerrechtler Harry Belafonte ist im Alter von 96 Jahren verstorben.  

Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die "New York Times" am Dienstagnachmittag. Die Musiklegende wurde mit dem "Banana Boat Song" mit der markanten Gesangslinie "Day O" in den 1950er-Jahren weltberühmt. Seine Popularität nutzte er in der Folge auch im Zusammenhang mit seinem politischen Engagement.

Belafonte wandte er sich mit der Zeit immer stärker dem politischen Aktivismus zu. Sein Einsatz für die Menschenrechte führte ihn auch mehrmals nach Österreich: So war er etwa 1992 Gast am Wiener Opernball und gastierte auch im Rahmen von Konzerten hierzulande. Außerdem war er 2011 Gast bei der Viennale. Dort präsentierte er seine Doku "Sing Your Song". Im Gartenbaukino wurde er schon vor der Filmvorführung mit Standing Ovations gewürdigt. Sichtlich gerührt ließ sich der damals 84-Jährige bejubeln und beklatschen, um es dem Publikum dann bis Mitternacht mit Anekdoten zu danken.

Zum Weltstar geworden war Belafonte einst mit zwei lang gezogenen Silben: "Daaaay-Ooo" zum Auftakt des Calypso-Hits "Banana Boat Song", längst ein Ohrwurm-Klassiker. Mehr als 100 Millionen Platten mit Songs wie "Island in the Sun", "Matilda" und "Jump in the Line" verkaufte Belafonte, spielte in mehr als 40 Filmen mit und engagierte sich immer auch politisch. An der Seite von Martin Luther King Jr. kämpfte er für schwarze Bürgerrechte in den USA, mit Nelson Mandela gegen die Apartheid in Südafrika und als UNICEF-Botschafter für Kinder auf Haiti und im Sudan.

Geboren in New York, verbrachte Belafonte einen großen Teil seiner Jugend in der jamaikanischen Heimat seiner Mutter. Im Zweiten Weltkrieg dient er in der US-Marine und besucht danach in New York die legendäre Schauspielschule des emigrierten deutschen Regisseurs Erwin Piscator mit Kollegen wie Tony Curtis und Marlon Brando. Die Musik kam dazu und Belafonte, Sohn eines Schiffskochs aus Martinique und einer Hilfsarbeiterin aus Jamaika, wurde zum "Calypso King". Hinter der heiteren Urlaubsmusik steckte allerdings ein Aufschrei gegen Sklaverei.

Nachdem er 1984 einen Nachrichtenbericht über die Hungersnot in Äthiopien gesehen hatte, übernahm er die Initiative, die zur Aufnahme des Fundraising-Songs "We Are the World" führte. Auf dem Welthit sang er u.a. zusammen mit Bruce Springsteen, Bob Dylan, Michael Jackson oder Ray Charles. 

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