Sicherheitskräfte

Mehr als 30 Kubaner bei US-Angriff auf Venezuela getötet

Bei dem US-Militäreinsatz in Venezuela sind nach Angaben der kubanischen Regierung insgesamt 32 kubanische Staatsbürger getötet worden.

"Infolge des kriminellen Angriffs der US-Regierung" auf Venezuela seien "32 Kubaner bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen", erklärte die Regierung in Havanna am Sonntag (Ortszeit) im Staatsfernsehen. Nach Angaben der regierenden Kommunistischen Partei Kubas handelte es sich bei den 32 um Sicherheitskräfte.

Diese seien auf Bitten der venezolanischen Behörden in das südamerikanische Land entsandt gewesen, hieß es. Sicherheitskräfte aus dem verbündeten Kuba sind nach Einschätzung von Experten seit Jahren in Venezuela im Einsatz. Unter anderem sollen kubanische Geheimdienstagenten beispielsweise dabei helfen, Soldaten der Streitkräfte auf Linie zu halten. Auch für die persönliche Sicherheit Maduros sollen vor allem kubanische Leibwächter verantwortlich gewesen sein. Das venezolanische Verteidigungsministerium teilte mit, dass bei dem US-Einsatz "ein Großteil" von Maduros Sicherheitsteam getötet worden sei. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor von "vielen Kubanern" gesprochen, die bei dem US-Einsatz auf das mit Kuba verbündete Venezuela getötet worden seien.

In der Nacht auf Samstag war der links-autoritäre, venezolanische Staatschef Nicolás Maduro während eines Blitzeinsatzes des US-Militärs in Caracas gefangen genommen und in die USA gebracht worden. Maduro soll unter anderem wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus" und der Einfuhr von Kokain in die Vereinigten Staaten der Prozess gemacht werden.

Zahl getöteter Venezolaner nicht offiziell bekannt gegeben

Von venezolanischer Seite wurden zunächst keine offiziellen Opferzahlen der Angriffe bekannt gegeben. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Regierungskreise von 80 Toten.

Kuba und Venezuela sind enge Verbündete. Die beiden südamerikanischen Länder eint eine kommunistische Ausrichtung sowie von den USA auferlegte Wirtschaftssanktionen. Caracas unterstützte Kuba zudem seit Jahrzehnten in wirtschaftlicher Hinsicht. Der US-Militäreinsatz wurde von Kuba und weiteren engen Verbündeten Maduros scharf verurteilt.

Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert. Die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind auf der sozialistischen Karibikinsel nicht zugelassen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind über 1.000 politische Gefangene in Haft. Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt - Schritte zu einer vorsichtigen Annäherung unter US-Präsident Barack Obama hat Trump wieder rückgängig gemacht.

US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Regierung in Kuba am Sonntag als "riesiges Problem". Das sagte er im US-Sender NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun ein Einsatz gegen Kuba folgen werde. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. "Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind." Dieses habe Venezuelas entmachteten Staatschef Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter.

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