Menschenketten

Menschliche Schutzschilde: Junge Iraner sollen Kraftwerke schützen

Junge Iraner sollen sich um die Kraftwerke stellen. 

Im Iran-Krieg zeichnet sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran keine Einigung ab. Während Trump seine Warnung vor einer "völligen Zerstörung" aller iranischen Kraftwerke und Brücken bekräftigte, falls Teheran nicht bis Mittwochnacht 2.00 Uhr MESZ die Straße von Hormuz öffnet, verspottete ein Sprecher der iranischen Militärführung dies als "haltlose Drohungen" eines "wahnhaften" Präsidenten. Damit droht eine dramatische Eskalation.

Die USA könnten Irans Brücken und Kraftwerke innerhalb von vier Stunden zerstören, warnte Trump im Weißen Haus. Man wolle nicht, dass das passiert. Er betonte aber zugleich: "Wir haben einen Plan." Irans stellvertretender Sportminister Alireza Rahimi rief für Dienstagmittag Ortszeit Künstler und Sportler dazu auf, Menschenketten an Stromkraftwerken im ganzen Land zu bilden. "Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen", schrieb Rahimi auf der Plattform X.

Die Infografik zeigt die Bedeutung der Straße von Hormuz als wichtige Frachtroute mit zahlreichen Öl- und Gasfeldern, Raffinerien und Pipelines in der Region. Das Balkendiagramm darunter stellt die täglichen Schiffspassagen von Februar bis April dar. Nach Kriegsbeginn Anfang März kommt der Schiffsverkehr durch die Meerenge zum Erliegen. Quelle: Port Watch.
 

Das israelische Militär fordert die Menschen im Iran unterdessen auf, keine Züge zu benutzen und sich nicht in der Nähe von Bahnstrecken aufzuhalten. "Zu Ihrer eigenen Sicherheit bitten wir Sie höflich, ab sofort bis 21.00 Uhr iranischer Zeit auf die Nutzung von Zügen und Zugfahrten im gesamten Iran zu verzichten", teilte das Militär in persisch auf X mit. "Ihre Anwesenheit in Zügen und in der Nähe von Bahnstrecken gefährdet Ihr Leben."

Iran lehnt Waffenruhe ab

Der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, sagte laut Staatsmedien, die "rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten" würden Irans Angriffe gegen die "amerikanischen und zionistischen Feinde" nicht stoppen. Ali-Akbar Welayati, außenpolitischer Berater des obersten iranischen Führers, schrieb auf X, die arabischen Staaten sollten - "um zu verhindern, dass die Region im Dunkeln versinkt" - Trump klarmachen, dass der Persische Golf "kein Ort für Glücksspiel" ist. Der Iran greift unterdessen Golfstaaten mit US-Basen weiter an.

Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hatte es am Montag geheißen, man habe beiden Seiten einen Plan für eine 45-tägige Waffenruhe vorgelegt, in deren Rahmen Friedensgespräche geführt und ein Abkommen vorgeschlagen werden solle. In den Kontakten hätten die USA darauf bestanden, dass der Iran vor Verkündung einer Waffenruhe die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Straße von Hormuz öffne. Diese Bedingung wiederum habe Teheran zurückgewiesen.

Der Iran lehnt eine Waffenruhe ab. Laut Staatssender Irib übergab Teheran den Vermittlern ein zehn Punkte umfassendes Papier mit eigenen Forderungen wie einer Beendigung des Kriegs, Kriegsreparationen sowie die vollständige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen das Land.

Die Revolutionsgarden, die das eigentliche Sagen im Iran haben, fordern zudem das Recht auf Uran-Anreicherung, den Abzug aller US-Stützpunkte aus dem Persischen Golf sowie die Kontrolle der Straße von Hormuz durch den Iran. Ein US-Beamter habe die Antwort des Irans als "maximalistisch" bezeichnet, schrieb der Reporter des US-Nachrichtenportals "Axios" Barak Ravid auf X. Es sei unklar, ob dies Fortschritte hin zu einer diplomatischen Lösung ermögliche.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten