"Am besten morgen"

Nach Drohnen-Angriff: DIESES Land will jetzt zur NATO

 Angesichts des Drohnenangriffs auf Zypern wird dort ein Beitritt zur NATO diskutiert 

"Wenn es möglich wäre, würden wir sogar morgen einen Antrag einreichen", sagte Präsident Nikos Christodoulides dem griechischen Sender Skai. Zypern treffe bereits Vorbereitungen für einen möglichen NATO-Beitritt. Auf militärischer, operativer und administrativer Ebene werde daran gearbeitet, damit das Land handeln könne, "sobald die politischen Bedingungen dies zuließen".

Türkei blockiert bisher

Christodoulides betonte jedoch, dass ein solcher Schritt derzeit nicht umgesetzt werden könne. Grund sei die langjährige Haltung der Türkei, die als NATO-Mitglied einen Beitritt Zyperns ablehnt. Über neue Mitglieder entscheidet das Bündnis einstimmig.

Angriffe aus dem Libanon

Nach Angriffen auf Zypern im Nahost-Krieg ist Präsident Nikos Christodoulides um Beruhigung bemüht. "Alle Angriffe, die bisher in Zypern erfolgt sind, richten sich ausschließlich gegen die britischen Basen. Die meisten dieser Angriffe stammen aus dem Libanon", sagte er Donnerstagabend gegenüber dem Sender Skai. Gleichzeitig betonte er, dass er in ständigem Kontakt mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun stehe und bereits ein Telefongespräch mit ihm geführt habe.

Auf die Frage nach der Möglichkeit eines ballistischen Angriffs aus dem Iran antwortete Christodoulides, dass nichts ausgeschlossen werden könne. "Wir können im Zusammenhang mit ballistischen Raketen nichts ausschließen. Die Briten sind in erhöhter Alarmbereitschaft, wenn entsprechende Informationen vorliegen. In vielen Fällen ist Israel das Ziel von Angriffen aus dem Iran. Daher überqueren Raketen die Region der östlichen Mittelmeerregion, und dies wird sehr genau beobachtet."

Bezüglich der Schutzmaßnahmen erklärte er, dass Zypern über eigene Verteidigungssysteme verfüge, die in jüngster Zeit modernisiert worden seien, während gleichzeitig auch der Schutz durch britische Streitkräfte gewährleistet sei. Darüber hinaus bestehe eine intensive Zusammenarbeit mit europäischen Staaten. Zypern hat aktuell die EU-Ratspräsidentschaft inne und musste aufgrund der Sicherheitslage bereits EU-Treffen auf Zypern verschieben.

Präsident verweist auf EU-Beistandspflicht

"Es ist das erste Mal, dass ich eine solche Reaktion und Zusammenarbeit seitens der Europäischen Union sehe", sagte der Präsident. Er fügte hinzu, dass sowohl mit europäischen Institutionen als auch mit den Mitgliedstaaten ein ständiger Austausch stattfinde. Er verwies außerdem auf Artikel 42 Absatz 7 der Europäischen Union, der eine Beistandspflicht im Falle eines Angriffs auf einen Mitgliedstaat vorsieht.

Besondere Bedeutung misst Christodoulides der militärischen Unterstützung aus Griechenland zu. "Das ist eine der wichtigsten Entwicklungen in der Geschichte der Republik Zypern", sagte er über die Entsendung griechischer F-16-Kampfflugzeuge und Fregatten. Die Entscheidung sei nach einem Gespräch mit dem griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis sowie nach Abstimmung zwischen den Verteidigungsministerien beider Länder getroffen worden. "Wir haben in bestimmten Bereichen um Verstärkung gebeten, und es gab eine sofortige Reaktion."

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