Josef Müller als Spion

Papst Pius XII: Sein geheimer Krieg gegen Hitler

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Neue Dokumente beweisen, welche Rolle die katholische Kirche in der Nazi-Zeit innehatte.

Es klingt nach einem Hollywood-Blockbuster. Während dem Dritten Reich war Josef Müller ein wichtiger Mittelsmann. Der Anwalt und Kriegsveteran spionierte in Hitlers Nazi-Staat für den Vatikan persönlich. „Er verschaffte sich Zugang zu Hitler-Vertrauten und sogar zu der SS“, schreibt Mark Riebling in seinem Buch „Kirche der Spione: Der geheime Krieg des Papstes gegen Hitler“. Das berichtet das britische Blatt „The Sun“. Müller sammelte Informationen und Dokumente und riskierte schließlich sein Leben um diese in den Vatikan zu schmuggeln. „Er flog mit einem kleinen Sportflugzeug von Deutschland nach Italien. In Meran traf er schließlich jemanden, der die Geheim-Akten in den Vatikan brachte“, so Riebling.

Danach sah sich Papst Pius XII persönlich die Akten an und gab sie an den britischen Geheimdienst über. Müller schmuggelte vor allem in der Zeit zwischen 1939 und 1940 Informationen. Er wurde zu einem der wichtigsten Spione des Papstes. Er sammelte Informationen aus dem Untergrund. Im Vatikan wurde er zudem zu einem der wichtigsten Stellvertreters von Ludwig Beck. Einer jener Männer, die das Bomben-Attentat auf Adolf Hitler planten.

1943 nahm die Gestapo Müller fest. Der Widerstandskämpfer landete im Konzentrationslager, aber er überlebte den Krieg. Danach gründete er die CSU in Bayern und wurde der erste Vorsitzender der Christlich-Sozialen-Union. Müller spielte eine wesentliche politische Rolle im Nachkriegsdeutschland. Er starb schließlich 1979 in München. Aber Buchautor Mark Riebling will ihm ein Denkmal setzen und meint, dass seine Lebensgeschichte genug Stoff für einen Hollywood-Blockbuster bieten würde.

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