Papst-Audienz: Castro will wieder beten

Historische Reise

Papst-Audienz: Castro will wieder beten

Kubas Staatschef von Franziskus absolut begeistert.

Papst Franziskus hat Kubas Staatschef Raul Castro zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen. Das Treffen dauerte nach Vatikan-Angaben vom Sonntag etwa eine Stunde. "Ich habe dem Papst für seinen Beitrag zur Annäherung zwischen Kuba und den USA gedankt", sagte Castro nach dem Treffen der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge.


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Papst-Audienz: Castro will wieder beten
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(c) APA, Schweizer Garde, Georg Gänswein (im Hintergrund) und Cubas Staatschef Raul Castro

"Will wieder Katholik werden"
Kubas Staatschef Raul Castro ist von Papst Franziskus begeistert. So sehr, dass er überlege, wieder ein Katholik zu werden, sagte Castro nach einem Treffen mit Franziskus am Sonntag im Vatikan. "Ich habe alle Reden des Papstes gelesen", so Castro auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Italiens Regierungschef Matteo Renzi.

"Kein Witz, wenn der Papst weiter so redet, dann fange ich früher oder später wieder an, zu beten und trete wieder der katholischen Kirche bei." Castro, der eine Jesuiten-Schule besucht hatte, erzählte von seinem Gespräch mit Franziskus: "Ich habe ihm gesagt: Ich habe mehr Messen gehört als Sie."


Treffen mit Renzi
Im Anschluss waren Gespräche zwischen Castro und dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi geplant. Erzbischof Georg Gänswein hatte Castro am Sonntagvormittag im Vatikan begrüßt. Nach dem privaten Gespräch in seinem Arbeitszimmer verabschiedete Franziskus den kubanischen Staatschef mit einem Händedruck.

Der 78 Jahre alte Argentinier hatte bei der historischen Annäherung zwischen den USA und Kuba im vergangenen Jahr als Vermittler eine entscheidende Rolle gespielt. Der Pontifex schrieb nach Vatikan-Angaben Briefe an beide Staatschefs und empfing Delegationen der Länder, um einen konstruktiven Dialog zu ermöglichen.

Kuba und die USA verkündeten im Dezember überraschend einen diplomatischen Neustart nach mehr als 50 Jahren Eiszeit. Der Deal wurde unter anderem durch einen Gefangenenaustausch nach 18 Monaten Geheimverhandlungen möglich. In der Zeit soll auch der Papst zwischen beiden Seiten vermittelt haben. US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Amtskollege Raul Castro bedankten sich ausdrücklich beim Papst für seine Rolle bei den Gesprächen.

Reise in die USA, Zwischenstopp in Havanna
Im September will Franziskus vor seiner USA-Reise Kuba besuchen. Dort wird sein Besuch mit Spannung erwartet. Das Land sei stolz auf den lateinamerikanischen Papst, sagte Außenminister Bruno Rodriguez, nachdem der Vatikan Ende April die Reise bekanntgab. Franziskus wird nach Johannes Paul II. 1998 und Benedikt XVI. 2012 das dritte katholische Oberhaupt sein, das den Karibikstaat besucht.

Auch die Katholische Kirche Kubas begrüßte die Ankündigung. Sie hob hervor, dass Franziskus eine wichtige Rolle bei der jüngst eingeleiteten Annäherung zwischen Kuba und den USA spielte. "Wir sind ihm sehr dankbar dafür", sagte ein Sprecher des Erzbistums in Havanna.

Der 83 Jahre alte Castro war nach Angaben von Radio Vatikan erst der zweite kommunistische Präsident des Landes, der den Kirchenstaat besuchte. Zuletzt hatte 1996 sein damals regierender Bruder Fidel Castro Papst Johannes Paul II. im Vatikan getroffen.



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