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"Schwere Eskalation"

Russische Drohne trifft Hochhaus in NATO-Staat

Der Einschlag löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt.

Galati/Brüssel. Eine russische Drohne hat in der rumänischen Stadt Galați nahe der Grenze zur Ukraine ein Hochhaus getroffen. Der Einschlag löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt, wie das Innenministerium des EU- und NATO-Staats mitteilte. Es hagelte internationale Proteste, unter anderen von der NATO und der EU. 

Das Verteidigungsministerium in Bukarest erklärte, Russland habe in der Nacht auf Freitag in der Ukraine in Grenznähe erneut zivile Ziele und Infrastruktur mit Drohnen angegriffen. Eine davon sei in den rumänischen Luftraum eingedrungen und über dem Hochhaus in Galați abgestürzt. Zwei Kampfflugzeuge der Luftabwehr vom Typ F-16 seien um 01:19 Uhr vom Militärstützpunkt Fetești aufgestiegen, unterstützt von einem Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe. Die Lage sei dynamisch, hieß es weiter.

"Schwere Eskalation"

Rumänien warf Russland nach dem Einschlag eine "schwere und unverantwortliche Eskalation" vor. Bukarest werde die notwendigen diplomatischen Maßnahmen ergreifen, um auf diesen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die Verletzung seines Luftraumes zu reagieren, teilt das Außenministerium mit. Rumänien habe die Verbündeten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte über den Vorfall informiert. Zudem habe man darum gebeten, den Transfer von Drohnenabwehrkapazitäten nach Rumänien zu beschleunigen. 

Die NATO warf ihrerseits Russland Rücksichtslosigkeit vor. Sie werde ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter verstärken, erklärt ein Sprecher des Militärbündnisses auf der Social-Media-Plattform X. Dies betreffe auch Drohnen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach davon, mit dem Drohneneinschlag in Rumänien habe Russland erneut eine Grenze überschritten. "Wir stehen voll und ganz solidarisch an der Seite Rumäniens und seines Volkes", erklärt sie in einem Beitrag auf der Online-Plattform X. "Während wir unsere Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen, insbesondere an unserer Ostgrenze, weiter verstärken, werden wir den Druck auf Russland weiter erhöhen."

Der Einschlag der russischen Drohne zeigt nach Einschätzung des französischen Europaministers Benjamin Haddad, dass Russland eine Bedrohung für die europäische Sicherheit darstellt. "Russland hat nicht nur die Ukraine angegriffen, sondern auch die europäische Sicherheitsarchitektur bedroht", sagt Haddad dem französischen Rundfunksender RMC. "Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass wir im Rahmen der NATO-Sicherheitseinsätze französische Truppen in Rumänien stationiert haben, um insbesondere unsere Unterstützung für die Souveränität unserer Partner in Europa zu demonstrieren."

Das rumänische Innenministerium erklärte auf Facebook, zunächst seien keine weiteren Drohnen gesichtet worden. Ein auf Explosionen spezialisiertes Ermittlerteam machte sich in der Nacht auf den Weg zum Einsatzort. Galați liegt an der Donau, die Grenzen zur Republik Moldau und zur Ukraine sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt.

Mehrfach russische Drohnentrümmer im Grenzgebiet gefunden

Russland greift die benachbarte Ukraine immer wieder mit zahlreichen Drohnen an. Dabei gab es auch einzelne Fälle, bei denen Drohnen den Luftraum von NATO-Staaten verletzten. Auch der ukrainische Donauhafen Reni in der Nähe von Galați ist immer wieder Ziel russischer Angriffe.

In Rumänien wurden im Grenzgebiet bereits mehrfach russische Drohnentrümmer geborgen. Erst vor einem Monat war eine russische Drohne über Galați abgestürzt und traf nach Behördenangaben das Nebengebäude eines Wohnhauses. Verletzt wurde damals niemand. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen Russlands Angriffskrieg. Fast täglich greift Moskau das Nachbarland mit Drohnen und auch mit Raketen an.

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