Saudi-Kronprinz befahl Mord an Khashoggi

CIA ist sich sicher

Saudi-Kronprinz befahl Mord an Khashoggi

Entschiedener Widerspruch zur bisherigen Darstellung Riads: Wie reagiert Trump?

Den Schlussfolgerungen des US-Auslandsgeheimdienstes CIA war es der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der den Mord an dem saudi-arabischen Journalisten und Regimekritiker Jamal Khashoggi in Istanbul anordnete.

Das berichtete die "Washington Post" am Freitag. Es ist dies bis dato der stärkste Widerspruch zur Darstellung der Regierung in Riad, die erklärt hat, dass der Kronprinz nicht an dem Mord beteiligt war. Laut der "Washington Post" haben US-Regierungsvertreter zum Ausdruck gebracht, dass sie der Beurteilung der CIA großes Vertrauen schenken.

Die Erklärungen Saudi-Arabiens zum Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi sind im Ausland auf Skepsis gestoßen. Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft in Riad ihre neueste Version der Ereignisse präsentiert. Demnach hatte der stellvertretende Geheimdienstchef Ahmed al-Asiri einen Einsatz angeordnet, um den seit 2017 im US-Exil lebenden Khashoggi nach Saudi-Arabien zurückzubringen.

Der Leiter des "Verhandlungsteams" habe dann aber an Ort und Stelle im saudi-arabischen Konsulat in der türkischen Metropole Istanbul die Entscheidung getroffen, den Regierungskritiker zu töten. Der "Washington Post"-Kolumnist sei im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul betäubt, getötet und zerteilt worden, die Körperteile seien anschließend einem Helfer außerhalb des Konsulats übergeben worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Elf Verdächtige würden wegen des Verbrechens angeklagt, wobei gegen fünf die Todesstrafe gefordert werde. Den Verdacht, dass Kronprinz Mohammed bin Salman die Tat angeordnet habe, wies die Anklagebehörde zurück. Es gibt laut türkischen Quellen eine Tonaufnahme der Tat sowie Mitschnitte von Telefongesprächen, die Mitglieder des Mordkommandos nach der Tat mit Gesprächspartnern im Ausland führten, die nicht mit den Angaben aus Saudi-Arabien übereinstimmen.

Auf US-Präsident Donald Trump war zunehmender Druck ausgeübt worden, im Fall Khashoggi Sanktionen auszusprechen. Dies geschah am Donnerstag: Die mit Riad verbündete US-Regierung verhängte Strafmaßnahmen gegen 17 ehemalige saudische Regierungsmitarbeiter. Sie seien "an der abscheulichen Tötung" Khashoggis beteiligt gewesen, teilte US-Finanzminister Steven Mnuchin mit.



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