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Plan ging nicht ganz auf

Schweden: So erfolgreich war die ''Herdenimmunität''-Strategie

Das skandinavische Land ging einen eigenen Weg und verzichtete auf große Verbote. Jetzt liegt ein erstes Resultat dieses Plans vor.

n ISchweden sind bisher 4.029 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Montag in Stockholm mit. Die Rate der registrierten Sterbefälle ist in Schweden um ein Vielfaches höher als etwa in Norwegen oder Deutschland. Besonders schockierend sind die Todesfälle in Pflegeheimen. Viele Angehörige der Opfer berichten davon dasselbe: die Patienten hätten nicht die medizinische Behandlung bekommen, die sie verdient hätten. "Es ist schrecklich. Er hat nicht verdient so zu sterben. Ich konnte nicht einmal seine Hand halten", erzählt Leli Sedghi, deren Vater in einem Heim verstarb, gegenüber "CNN".

Anders als in vielen anderen Ländern hat die Regierung in Schweden beispielsweise nicht die Schulen geschlossen. Es wurden lediglich die Bürger gebeten, Abstand zu halten und die Hände zu waschen. Dabei wurde vor allem auf die Taktik der "Herdenimmunität" gesetzt - heißt: so vile wie möglich sollten sich infizieren und dabei Antikörper produzieren, damit sie gegen das Virus immun sind. Allerdings scheint der Plan nicht wirklich aufgegangen zu sein, da laut ersten Ergebnissen aus dem April nur 7,3 Prozent der Schweden Antikörper entwickelt hatten.

In Schweden kamen bisher 40 Todesfälle auf 100.000 Einwohner. In Norwegen sind es 4,4, in Deutschland rund zehn von 100.000. Die schwedische Strategie ist deshalb heftig umstritten.

Staatsepidemiologe Anders Tegnell sieht die Entwicklung dennoch positiv. Die Zahl der Ansteckungen und der Todesfälle in den Altersheimen sei rückläufig. Rund 34 000 Infektionen wurden bisher registriert.

 

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