"Wut über tote Kinder trieb ihn an"

Schwester des Terror-Killers: "Er tötete aus Rache"

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Im Interview versucht die Schwester des Manchester-Killers, den Wahnsinn zu erklären.

IS-Jihadist Salman Abedi, 22, tötete bei einem Selbstmordattentat in der Manchester Arena nach dem Konzert von US-Popstar Ariana Grande 22 Menschen, die meisten davon Kinder. Nun versuchte Jomana Abedi, 18, Schwester des Terroristen, die Wahnsinnstat ihres Bruders zu erklären. Im Gespräch mit dem Wall Street -Journal sagte sie: „Es war seine Rache.“ Eigentlich sei er „freundlich und liebevoll“ gewesen, so Jomana Abedi. Aber: „Ich glaube, er sah viele muslimische Kinder sterben. Er sah, dass die Amerikaner Bomben über Kinder in Syrien abwarfen, und wollte Rache. Ob er sie bekommen hat, liegt jetzt zwischen ihm und Gott“.

  • Freund getötet: Doch nicht nur die „Wut über den Syrien-Krieg“ soll den IS-Killer zum Massenmord getrieben haben. Ein weiteres Rachemotiv war der Tod seines Freundes Abdul Wahab Hafidah. Britische Jugendliche hatten Hafidah im Mai 2016 in Manchester verfolgt und schließlich erstochen. Derzeit stehen die Täter vor Gericht. Der Mord löste bei ihrem Bruder „große Wut aus“, so die Schwester.

  • Banden, Hass und Terror: Die Erklärungsversuche der Schwester sind wenig glaubhaft: Salman Abedi war Mitglied der IS-Terror-Miliz. Der libyschstämmige 22-Jährige wurde in einem IS-Terrorcamp in Syrien ausgebildet. In Manchester schloss er sich auch libyschen Gangs an, war ständig in blutige Bandenkriege verwickelt.

  • Terror-Familie: Scotland Yard hat inzwischen zehn Freunde und Verwandte des Attentäters verhaftet. Darunter auch zwei Brüder des Kinder-Killers: Hashem Abedi, 18 wurde in Libyen festgenommen. Er wusste seit einem Monat von den Anschlagspläne und schwieg. Ismail Abedi, 24, der ältere Bruder des Selbstmordattentäters, sitzt in Manchester in Haft, wird verhört. Zwei weitere Verdächtige, ein 16-jähriger Jugendlicher und eine 34-jährige Frau, sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

  • Vater verhört: Auch Ramadan Abedi, 51, Vater des Attentäters, wurde festgenommen. Er war in den 90er-Jahren als Flüchtling aus Libyen nach England gekommen. Nach dem Sturz des libyschen Diktators Gaddafi zog er wieder in seine alte Heimat. Zwei Söhne und Tochter Jomana ließ er in Manchester zurück.

(wek)

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