Schock weltweit

Sex-Opfer tot: Revolte in Indien

Studentin (23) wird in einem indischen Bus vergewaltigt. 13 Tage später ist sie tot. Jetzt starten Gewalt-Demos.

Indien trauert: Die Studentin, die von sechs Männern in einem Bus brutal vergewaltigt wurde, ist in der Nacht auf Samstag verstorben. „Sie hat lange gegen alle Wahrscheinlichkeit um ihr Leben gekämpft“, sagt Kevin Loh, Chef des Mount-Elizabeth-Hospitals in Singapur.

Jetzt werden die Sicherheitsvorkehrungen in ganz Indien enorm verschärft. Denn schon seit Tagen herrscht Notstand: Abertausende gehen auf die Straßen, protestieren lautstark und auch gewalttätig – sie fordern mehr Sicherheit für Frauen. Hintergrund: Alle 18 Stunden wird in der Hauptstadt Neu-Delhi eine Vergewaltigung angezeigt – die Dunkelziffer liegt weitaus höher.

Die Vergewaltiger wurden nun wegen Mordes angeklagt
Es war ein unbeschreibliches Martyrium: Eine Stunde lang fielen sechs Männer über die Studentin (23) her, anschließend wurde sie mit einer Eisenstange verprügelt und aus dem fahrenden Bus geschmissen. 13 Tage lang kämpften sie und das Ärzteteam um ihr Überleben.

Nun erlag sie in Singapur ihren Verletzungen. Die sechs inhaftierten Männer wurden wegen Mordes angeklagt, und Sonia Gandhi, Vorsitzende der regierenden Kongresspartei erklärte: „Ich verspreche, dass der tragische Tod der jungen Frau nicht umsonst gewesen ist.“

"Frauen spielen untergeordnete Rolle in Indien"

Ö3-Interviewerin Claudia Stöckl unterstützt eine Charity für Kinder in Indien.

ÖSTERREICH: Wie geht es Frauen im männerdominierten Indien?

Claudia Stöckl: Es ist so, dass die Frau in konservativen Kreisen eine untergeordnete Rolle spielt. Sehr wichtig ist etwa, dass Mädchen früh heiraten. Eine Frau ohne Mann hat es sehr schwer in dieser Gesellschaft. Sehr viele werden zwangsverheiratet. Viele Frauen werden von der Familie des Mannes erst akzeptiert, wenn die Mitgift groß genug ist. Wenn sie also goldenen Schmuck etc. haben.

ÖSTERREICH: Spüren Sie Veränderungen kommen?
Stöckl: Man spürt einen starken Konflikt zwischen dem alten Rollenbild der Frau und einer Aufbruchsstimmung. Ich merke in meinem Charity-Projekt: Jetzt wächst erst die erste Generation von Mädchen heran, die zum Beispiel alphabetisiert sind.
 

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