Silvio Berlusconi

Berlusconi

Silvio sieht sich als Opfer

Ex-Premier schäumt - Demos gegen Urteil. 

Nach dem unerwartet harten Richterspruch im Ruby-Prozess gegen Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi geht der „Cavaliere“ zum Gegenangriff über. „Das ist ein unglaubliches Urteil. Ich war sicher, dass sie mich freisprechen. Wenn man die Fakten ansieht, gab es eigentlich gar keine Möglichkeit, mich zu verurteilen. Man versucht, mich aus dem politischen Leben Italiens zu entfernen“, schäumte Berlusconi am Dienstag. Und weiter: Es handle sich offensichtlich um eine „neue politische Kampagne“ gegen ihn.

Berlusconis Ego hat zweifellos einen groben Dämpfer erfahren: Das ausschließlich weiblich besetzte, dreiköpfige Richterkollegium zeigte null Verständnis für seine „Bunga Bunga-Nächte“, bei denen es sich laut Berlusconi ­lediglich um „elegante Abendessen“ handelte.

Viel weibliche Strenge für Berlusconi, den Casanova
Mit der damals noch minderjährigen Nachtklubtänzerin Ruby habe Berlusconi im Rahmen eines derartigen „Abendessens“ bezahlten Sex gehabt, stellten die Richterinnen emotionslos fest. Und dafür setzte es sieben Jahre Haft. Außerdem soll Berlusconi lebenslang keine politischen Ämter mehr ausüben dürfen.

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Doch der italienische „Berlusconismo“ ist noch lange nicht tot: Silvios Vertraute riefen am Dienstag zu Protestkundgebungen auf. Für den Abend war im Zentrum Roms eine große Solidaritätsdemo mit dem Medienzaren vorgesehen.

Jetzt droht wieder Urteil
Die aufsehenerregende Verurteilung im Ruby-Prozess ist bereits der zweite Schuldspruch für Berlusconi innerhalb von sieben Wochen. Der Druck steigt: Im Herbst droht dem Ex-Regierungschef im sogenannten Mediaset-Verfahren die erste rechtskräftige Verurteilung. Zweitinstanzlich hat er bereits vier Jahre plus Berufsverbot ausgefasst. Wird dieses Verbot bestätigt, fliegt Berlusconi aus dem Senat. Das hätte Folgen, die über ein neuerliches „Ego-Tief“ Berlusconis hinausgehen: Italiens ohnehin schwache Regierung könnte in ernste Bedrängnis geraten. Denn Berlusconis Polit-Gruppierung „Volk der Freiheit“ ist der wichtigste Partner des ehrgeizigen Premiers Enrico Letta. Sollte Berlusconi rechtskräftig verurteilt werden, wären die Folgen unabsehbar.

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