Vergeltungsschlag gegen Assad
So lief Blitzkrieg gegen Syrien-Diktator
US-Präsident Donald Trump bestrafte Syrien-Diktator Baschar al-Assad für das Giftgas-Massaker (75 Tote) mit Luftschlägen. Den USA schlossen sich Frankreich und Großbritannien an.
Trump bezeichnet Assad als "Monster"
© OE24
70 Minuten Krieg: Explosionen in Damaskus zu hören
Tiefflug. Tomahawk-Marschflugkörper rasen mit 880 km/h im Tiefflug fast lautlos über das Terrain. In einem Twitter-Video ist ein rasender Lichtpunkt im Nachthimmel zu sehen, verängstigt hechelt ein Mann: „Oh mein Gott, das ist eine Rakete.“
Dann grimmige Szenen in der Syrien-Hauptstadt Damaskus, die fast an das „Shock and Awe“-Bomben-Inferno 2003 in Bagdad erinnerten. Ein Staccato ohrenbetäubender Explosionen reißt Menschen aus dem Schlaf. Ein Reporter: „Mehr als ein Dutzend Mal krachte es, in kürzester Reihenfolge, als wären die Ziele fast gleichzeitig getroffen worden.“ Durch die Stadt heulen Luftabwehrsirenen, die Leuchtspuren von Raketen der Flugabwehr sind zu sehen. Nach 70 Minuten aber ist es wieder still.
USA, Frankreich und GB bombardieren Syrien
© OE24
Welt bangt: Wie reagiert jetzt Russlands Putin?
„Erfolg“. Bombardiert wurde ein militärisches Forschungszentrum nördlich von Damaskus, in dem chemische Kampfstoffe entwickelt worden sein sollen, ein Airport sowie zwei Depots nahe Homs. Von dem Labor blieb nur ein Trümmerhaufen zurück.
Die britische Premierministerin Theresa May bezeichnete die Bombennacht als „Erfolg“. Pentagon-Chef James Mattis teilte mit, dass man es vorerst bei dieser einen Angriffswelle belassen wolle. Man werde zunächst die Reaktion Syriens abwarten. Die Welt aber bangt: Wie reagiert Moskau? Und könnte der Konflikt in einen Showdown zwischen den zwei größten Nuklear-Nationen eskaliere? Kreml-Chef Wladimir Putin verurteilte die Attacke als „Aggression“, drohte mit „Konsequenzen“, forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates. Entgegen früheren Drohungen gab es jedoch keine Attacken auf Kriegsschiffe der West-Allianz. Russland wäre auch über die Attacke vorab informiert worden, so US-General Joseph Dunford.
May verteidigt Luftschläge in Syrien
© OE24
So kurios meldet sich Assad
© OE24
Armee verkündete Einnahme von Ost-Ghouta
Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben die einstige Rebellenenklave Ost-Ghouta vollständig eingenommen. "Alle Terroristen haben Douma verlassen, ihre letzte Bastion in Ost-Ghouta", sagte ein Armeesprecher am Samstag nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana.
Im Staatsfernsehen sagte der Sprecher, Ost-Ghouta sei "vollständig vom Terrorismus gesäubert". Nun müssten Sprengstoffspezialisten Minen und Sprengsätze entfernen, damit andere Einheiten die Region vollständig sichern und die Rückkehr von Zivilisten in ihre Häuser vorbereiten könnten.
Die syrische Armee hatte Mitte Februar unterstützt von Russland eine Militäroffensive zur Rückeroberung der vor den Toren von Damaskus gelegenen Rebellenenklave gestartet. Bei heftigen Kämpfen und Luftangriffen wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 1700 Zivilisten getötet. Das Leid der Zivilbevölkerung sorgte international für Entsetzen und scharfe Kritik, UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach von der "Hölle auf Erden".
Chemiewaffenangriff
Die verschiedenen Rebellengruppen stimmten nach und nach zu, Ost-Ghouta zu verlassen. Im Zuge einer von Russland überwachten Abmachung wurden die Kämpfer in Regionen im Norden Syriens gebracht, die noch von den Rebellen kontrolliert werden. Am Samstag verließ ein letzter Buskonvoi mit Kämpfern der Islamistengruppe Jaish al-Islam und ihren Angehörigen Douma.
Dort waren am 7. April bei einem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff nach Angaben von örtlichen Helfern mehr als 40 Menschen getötet worden. Der Westen macht die syrische Führung für die Attacke verantwortlich. Als Reaktion griffen die USA, Frankreich und Großbritannien in der Nacht auf Samstag syrische Ziele mit Raketen an.
Heftige Explosionen
Unterdessen kam es am Samstagabend nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der nordsyrischen Provinz Aleppo zu einer heftigen Explosion. Die Detonation habe sich nahe eines Stützpunktes zugetragen, in dem iranische Einheiten und verbündete schiitische Milizen stationiert seien. Unklar war zunächst die Ursache für die Explosion.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden