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Sudan legalisiert Alkoholkonsum für Nicht-Muslime

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Auch Übertritt vom Islam zu anderer Religion soll nicht mehr bestraft werden.

Khartum. Mit der Legalisierung von Alkohol für Nicht-Muslime will der Sudan seine Rechtsordnung weiter liberalisieren. Nicht-Muslimen wird erstmals seit Jahrzehnten erlaubt, Alkohol zu konsumieren, sagte der sudanesische Justizminister Nasredeen Abdulbari am Wochenende in einem Interview mit dem Staatsfernsehen.
 
Bedingung sei, "dass es nicht den Frieden stört" und der Alkohol nicht in der Öffentlichkeit getrunken werde. Im Islam ist Alkohol verboten, im Sudan lebt allerdings auch eine bedeutende christliche Minderheit.
 
Abdulbari kündigte außerdem an, dass der Übertritt vom Islam zu anderen Religionen entkriminalisiert werde. Bisher konnte das Abfallen vom muslimischen Glauben im Sudan sogar mit dem Tod bestraft werden. "Niemand hat das Recht, irgendeine Person oder Gruppe als ungläubig zu bezeichnen", sagte der Justizminister. Dies bedrohe "die Sicherheit der Gesellschaft und führt zu Rachemorden".
 
Abdulbari gehört einer Übergangsregierung an, die nach dem Sturz des langjährigen autoritären Staatschefs Omar al-Bashir vor einem Jahr eingesetzt worden war. In der für drei Jahre geltenden Übergangsverfassung für das nordostafrikanische Land wurde die Definition des Sudans als islamischer Staat gestrichen.
 
Bereits am Freitag war im Sudan die Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen unter Strafe gestellt worden. Demnach können Menschen, die diesen Eingriff vornehmen, zu bis zu drei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt werden. Verantwortlichen Krankenhäusern und anderen Einrichtungen droht die Schließung.
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