Wilke Salami Listerien Todes-Wurst

Tote durch Listerien

Todes-Wurst in weiteren Gerichten - aber Behörden schweigen

Wie das Ministerium in Hessen bestätigt, wurden die Produkte des geschlossenen Wurstherstellers Wurst auch in Gerichten anderer Hersteller verwertet. Welche wollten sie konkret aber nicht sagen.

Die Zahl der Todesfälle durch Listerienkeime im Fall des deutschen Wurstproduzenten Wilke liegt bei drei. Das ging aus einem vor zwei Wochen veröffentlichten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach starben im Jahr 2018 drei Menschen in Deutschland an einer Infektionen mit dem Listerienstamm Sigma1. Bisher war von zwei - anderen - Todesfällen in Zusammenhang mit den Produkten die Rede gewesen.

Ministerium bestätigt weitere Gerichte mit Wilke-Wurst

Nun zieht der Fall der Todes-Wurst noch weitere Kreise. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, könnte die betroffenen Produkte der Firma Wilke auch in Fertiggerichten anderer Hersteller sein. Dies geht aus einem Antwortschreiben des Verbraucherschutzministeriums in Hessen hervor. Verbraucherschützer von Foodwatch verlangten Informationen diesbezüglich. Wie das Ministerium betont, wurden die betroffenen Gerichte "nach derzeit vorliegenden Informationen" zurückgerufen. Um welche Produkte es sich konkret handelt, will das Ministerium aber nicht bekanntgeben. Für die Verbraucherschützer ein absoluter Skandal. "Sie müssen endlich alle bekannten Namen von betroffenen Herstellern, Marken, Produkten und Verkaufsstellen nennen. Es wird gemauert und vertuscht!", fordert Foodwatch-Chef Martin Rücker in der "Bild". Der Experte geht davon aus, dass in Haushalten und Supermärkten noch betroffenen Fertiggerichte mit Wilke-Waren liegen könnten.

Wursthersteller Wilke dicht gemacht

Der Wursthersteller Wilke in Twistetal-Berndorf ist Anfang Oktober geschlossen worden. Immer wieder waren Keime in seinen Produkten gefunden worden. Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.

Produkte des Unternehmens waren auch nach Österreich geliefert und vorwiegend an Gastronomiebetriebe weitergegeben worden. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hatte bereits betont, dass mittlerweile wohl keine dieser Erzeugnisse mehr im Umlauf seien. Es gibt keinen dokumentierten Fall einer Listeriose-Erkrankung, der mit dem Ausbruch in Deutschland in Verbindung steht. Auch sei unklar, ob Produkte, die nach Österreich gelangten, überhaupt mit Listerien kontaminiert waren.
 



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