US-Präsident Donald Trump hat den britischen Premierminister Keir Starmer vor einer zu weit gehenden Annäherung an China gewarnt.
Hintergrund ist, dass Starmer bei einem Besuch in Peking für die wirtschaftlichen Vorteile einer Neuausrichtung der Beziehungen zu China warb. "Es ist sehr gefährlich für sie, das zu tun", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in Washington zu Reportern auf die Frage nach engeren britisch-chinesischen Beziehungen.
Eine nähere Erläuterung gab er nicht. Starmer hatte am Donnerstag in einem dreistündigen Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping für "differenziertere Beziehungen" mit besserem Marktzugang, niedrigeren Zöllen und Investitionsabkommen geworben. Starmer sprach nach seinen "sehr herzlichen" Treffen mit Xi von "echten Fortschritten". Er pries Abkommen über visumfreies Reisen und niedrigere Zölle auf Whisky als "wirklich wichtigen Zugang und ein Symbol dafür, was wir mit dieser Beziehung vorhaben". Auf diese Weise baue man gegenseitiges Vertrauen und Respekt auf, sagte Starmer am Freitag bei einem Wirtschaftsforum in der chinesischen Hauptstadt.
Seine Labour-Regierung, die mit dem versprochenen Wirtschaftswachstum zu kämpfen hat, hat die Verbesserung der Beziehungen zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu einer Priorität erklärt. So plant der chinesische Autobauer Chery einem Vertreter der Stadt Liverpool zufolge die Eröffnung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in der englischen Stadt.
USA oder China oder USA und China
Starmer erklärte, Großbritannien müsse sich nicht zwischen den USA und China entscheiden. Die Beziehungen zu den USA seien in Bereichen wie Verteidigung, Sicherheit und Handel eine der engsten, die man pflege. Die Regierung in Washington sei zudem im Voraus über die Ziele der China-Reise informiert worden, teilte ein britischer Regierungsvertreter mit. Starmers Besuch findet vor dem Hintergrund von Trumps wiederholten Drohungen mit Strafzöllen und seiner Forderung statt, Grönland zu übernehmen, was langjährige Verbündete wie Großbritannien verunsichert hat.
US-Handelsminister Howard Lutnick äußerte sich skeptisch über die Erfolgsaussichten Großbritanniens im Umgang mit China. "Die Chinesen sind die größten Exporteure, und es ist sehr, sehr schwierig, dorthin zu exportieren", sagte er. Auch andere europäische Spitzenpolitiker suchen rund um Trumps aggressive Außenpolitik auch gegen traditionelle Verbündete den Kontakt zur Volksrepublik und der Führung in Peking. So wird der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz in Kürze in China erwartet, der französische Präsident Emmanuel Macron war im Dezember.