Syrien-Krieg
Putin: "Die Türkei hilft den Terroristen"
Als Feuerball raste der russische Jet, Typ Su-24, an der türkisch-syrischen Grenze zu Boden. In 6.000 Metern Höhe wurde das Kampfflugzeug am Dienstagmorgen abgeschossen. Von türkischen F-16-Abfangjägern, nachdem der Russen-Jet unerlaubt über türkisches Territorium flog. Beide russischen Piloten verließen per Schleudersitz die Maschine.
Hier wurde der Kampfjet getroffen
Seit Wochen Streit um russische Luftangriffe
Der Jet crashte nahe Yamadi auf syrischer Seite. Dort lebt eine turkmenische Minderheit, die mit den moderaten Rebellen gegen das syrische Assad-Regime kämpft.
Regierungstruppen hatten mit russischer Unterstützung jüngst von der Militärbasis Latakia aus eine Offensive gegen die Turkmenen gestartet. Ihnen fielen nun die zwei Russen in die Hände. Sie behaupten, beide Männer noch in der Luft erschossen zu haben.
Türkei schießt russischen Jet ab
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Seit Wochen sorgt Russlands Luftangriffe in Syrien für Unmut. Immer wieder verletzten russische Jets und Raketen türkisches Herrschaftsgebiet. Dem Abschuss gestern sollen zehn Warnungen der Türkei vorangegangen sein.
Der Kampfjet wurde aus 6.000 Metern Höhe abgeschossen
Russlands Präsident Putin droht mit Konsequenzen: Ein „Messer im Rücken“ sei der Abschuss, die Türkei ein „Helfershelfer der Terroristen“.
NATO. Das schürt jetzt Ängste, dass sich der Syrien-Konflikt ausweitet: Russlands Außenminister Lawrow sagte eine Reise in die Türkei ab. Die Türkei berief umgehend eine NATO-Sondersitzung ein. Die NATO-Staaten haben dem Bündnispartner Türkei nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet ihre Solidarität zugesichert. Gleichzeitig warnten sie allerdings vor einer weiteren Zuspitzung der Lage.
Piloten retten sich per Schleudersitz
Unten der Live-Ticker des Tages zum Nachlesen
+++ LIVE-Ticker +++
Ukraine lobt türkische Luftwaffe als professionell
Moskau schäumt vor Wut nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei - aber aus der Ukraine kommt Lob für die Führung in Ankara. Die türkische Luftwaffe habe sich professionell und wie andere zivilisierte Länder verhalten, sagte Alexander Turtschinow, Sekretär des Sicherheitsrats, am Dienstag. "Vor Eröffnung des Feuers hatte die Türkei Russland mehrfach vor der Verletzung ihres Luftraumes gewarnt", meinte der ehemalige Staatschef. Das türkische Militär habe nur seine Pflicht zum Schutz der Bürger getan. Die Ukraine würde dasselbe tun, sagte er in Kiew. Ähnlich äußerte sich Vize-Parlamentspräsident Andrej Parubi. "Die Welt hat begonnen, mit der Sprache zu sprechen, die der Kreml am besten versteht", sagte der Politiker der prowestlichen Führung. Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland sind vor allem wegen des Kriegs in der Ostukraine gespannt. Kiew wirft Moskau die Unterstützung von Separatisten vor. In dem Krieg sind Schätzungen zufolge seit April 2014 mehr als 8000 Menschen ums Leben gekommen.
Litauen: "sehr ernster Zwischenfall"
Der litauische Außenminister Linas Linkevicius hat den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei als "sehr ernsten Zwischenfall" bezeichnet. Angesichts der wiederholt von Ankara gemeldeten Luftraumverletzungen durch Russland komme der Abschuss jedoch nicht völlig unerwartet, sagte der Chefdiplomat des baltischen Nato-Landes am Dienstag in Vilnius. Nun müsse zunächst das Nato-Sondertreffen abgewartet werden. "Jemanden im Voraus die Schuld zu geben, wäre zu unverantwortlich. Die Lage ist allerdings durch die russischen Luftangriffe im Luftraum neben den Grenzen der Verbündeten eskaliert worden", sagte Linkevicius der Agentur BNS.
Türkische Regierung: "Russische Piloten wohl noch am Leben"
Die an der syrischen Grenze abgeschossenen russischen Piloten sind nach Angaben aus türkischen Regierungskreisen vermutlich noch am Leben. Offenbar seien sie in der Gewalt syrischer Aufständischer, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von einem Insider. "Unsere Leute arbeiten daran, sie wohlbehalten von den Rebellen überstellt zu bekommen."
Syrien wirft Türkei Verletzung seines Luftraums vor
Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im Nordwesten Syriens hat das Regime in Damaskus der Türkei eine Verletzung ihrer Souveränität vorgeworfen. Die Türkei habe über syrischem Boden ein befreundetes russisches Flugzeug abgeschossen, das von einem Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückgekehrt sei, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Sana eine "Armeequelle".
Litauen: "sehr ernster Zwischenfall"
Der litauische Außenminister Linas Linkevicius hat den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei als "sehr ernsten Zwischenfall" bezeichnet. Angesichts der wiederholt von Ankara gemeldeten Luftraumverletzungen durch Russland komme der Abschuss jedoch nicht völlig unerwartet, sagte der Chefdiplomat des baltischen Nato-Landes am Dienstag in Vilnius.
Turkmenische Rebellen behaupten sie hätten russische Piloten erschossen
Die Piloten des an der syrisch-türkischen Grenze abgeschossenen russischen Flugzeuges sind nach Angaben syrischer Rebellen tot. Turkmenische Kräfte hätten die beiden Männer erschossen, sagte der Vize-Kommandant der verantwortlichen Rebellengruppe, Alpaslan Celik, am Dienstag nahe dem Ort Yamadi in Syrien zu Journalisten.
Tschechien: Verdacht, dass Türkei mit IS zusammenarbeitet
Politiker des NATO-Landes Tschechien haben sich kritisch zu dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei geäußert. Ministerpräsident Bohuslav Sobotka sprach am Dienstag von einem negativen Faktor für die Syrien-Verhandlungen. "Das ist eine unangenehme Überraschung, die zeigt, dass die Koordination zwischen den Akteuren in der Region nicht gut funktioniert", sagte Sobotka am Rande eines China-Besuchs der Agentur CTK.
Türkei beharrt auf Recht zu Verteidigung seines Luftraums
Der türkischer Regierungschef Ahmet Davutoglu hat am Dienstag erklärt, sein Land habe das Recht zu antworten, wenn sein Luftraum trotz Warnungen verletzt werde. Die Welt solle wissen, dass die Türkei tun werde, "was auch immer notwendig" sei, um seine Sicherheit zu garantieren, sagte Davutoglu am Dienstag in Ankara.
Syrische Rebellen schossen auf Piloten
Augenzeugen berichten, dass syrische Rebellen auf die russicehn Piloten schossen, während diese mit dem Fallschirm landen wollten.
Laut Medieneberichten: Auch zweiter russischer Pilot tot
Wie "SkyNews" meldet, sei auch der zweite russische Pilot des abgeschossenen Kampfjets tot. Zuerst war nur bekannt, dass einer der beiden tot sei. Nach dem Zweiten wurde noch gesucht.
Putin droht mit Konsequenzen
Der russische Präsident Wladimir Putin bestreitet eine Verletzung des türkischen Luftraums durch den russichen Jet. Er droht mit Konsequenzen.
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Putin: Abschuss von Flugzeug durch Türkei war "Messer im Rücken"
Ins Außenministerium zitiert
Die türkische Regierung zitierte den Geschäftsträger der russischen Botschaft ins Außenministerium in Ankara, wie ein türkischer Regierungsangehöriger sagte.
Kreml zurückhaltend
Ankara und Moskau reagierten auf den Abschuss zunächst eher verhalten. Ein Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, es handle sich um eine "sehr ernsten Vorfall", es sei aber noch zu früh, um Rückschlüsse daraus zu ziehen. Ein türkischer Regierungsangehöriger sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Abschuss des Flugzeuges sei nicht gegen ein bestimmtes Land gerichtet. Man habe nur türkisches Territorium verteidigt.
Im syrischen Bürgerkrieg kämpfen Turkmenen in verschiedenen Rebellengruppen gegen Machthaber Bashar al-Assad. Die Türkei sieht sich als Schutzmacht der Minderheit.
Pilot in Hand von Turkmemen
Der zweite Pilot wurde von turkmenischen Rebellen gefangengenommen. Um wen handelt es sich dabei? Die Turkmenen in Syrien haben außer dem Namen nur wenig mit den Bewohnern der mittelasiatischen Republik Turkmenistan gemeinsam. Sie sind Nachfahren türkischer Volksgruppen, die bis zum Ersten Weltkrieg über einen längeren Zeitraum in diesem Teil des damaligen Osmanischen Reiches siedelten. Heute lebt die auch als Turkomanen bezeichnete Minderheit vor allem in den syrischen Provinzen Aleppo und Latakia sowie im Großraum Damaskus. Die mehrheitlich sunnitischen Muslime haben meist türkische und aserbaidschanische Dialekte als Muttersprache.
NATO-Sondertreffen
Vertreter der NATO-Staaten kommen nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs im syrisch-türkischen Grenzgebiet zu einer Sondersitzung zusammen. Das Treffen werde um 17.00 Uhr beginnen, teilte die NATO am Dienstag mit. Die Regierung in Ankara kündigte zuvor an, in die Lage an ihrer Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien die NATO und die UNO einschalten zu wollen.
Zweiter Pilot
Unklar ist weiterhin das Schicksal des zweiten russischen Piloten. Dieser soll sich in der Gewalt turkmenischer Rebellen befinden.
Erst im Oktober war es zu einem Zwischenfall an der Grenze gekommen. Die türkische Armee schoß eine unbemannte Drohne unbekannter Herkunft in der Provinz Kilis ab. Das Objekt sei in den türkischen Luftraum eingedrungen, teilt die Regierung mit. Wenige Tage zuvor hatten russische Kampfflugzeuge den türkischen Luftraum an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien mehrfach verletzt.
Putin derzeit im Iran
Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Montag zu Gesprächen mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Rohani in Teheran eingetroffen. Es wird erwartet, dass beide Präsidenten vor allem über den Syrien-Konflikt und den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sprechen. Putin soll auch Irans obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei treffen.
Karte: Hier ereignete sich der Zwischenfall
Türkei veröffentlicht Flugroute
Das türkische Militär hat die FLugroute des abgeschossenen Jets veröffentlicht. Damit will man die Luftraumverletzung beweisen - Russland bestreitet dies.
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Rebellen töten Piloten
Einer der Piloten des in Syrien abgeschossenen russischen Kampfjets ist nach Angaben von Rebellen tot. Eine Gruppe mit dem Namen Zehnte Brigade verbreitete am Dienstag über das Internet ein Video, das den Leichnam zeigen soll. Zu sehen ist eine leblose Person in Uniform. Dazu heißt es, sie sie "durch die Hände von Rebellen" umgekommen. Nach dem zweiten Piloten werde gesucht.
Immer wieder Zwischenfälle an der syrisch-türkischen Grenze
Türkei-Besuch abgesagt
Die für morgen geplante Türkei-Reise des russischen Außenministers Lawrow wurde soeben abgesagt.
Foto der Absturzstelle
Abschuss vom Boden aus
Der russische Kampfjet soll auf 6000 Meter Höhe vom Boden aus abgeschossen worden sein. Das teilte das russische Verteidigungsministerium in einer Aussendung mit.
Das ist der eingesezte russische Kampfjet vom Typ SU-24.
Todesopfer?
Medienberichten zufolge soll ein Pilot getötet worden sein.
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Der russische Präsident Wladimir Putin äußerte sich bisher noch nicht zum Vorfall. Man darf gespannt sein auf die Reaktion des Kreml.
Der abgeschossene Kampfjet
Bei der abgeschossenen Suchoi Su-24 handelt es sich um einen Frontbomber aus Sowjetzeiten. Er wird vor allem für die Bombardierung von Bodenzielen eingesetzt.
Das Büro des türkischen Premiers Davutoglu teilte mit, die Türkei werde wegen des Vorfalls die Nato und die UNO einschalten.
Der russische Außenminister Lawrow wollte eigenlich morgen in die Türkei reisen. Ob der Besuch wie geplant stattfindet, ist derzeit noch offen.
Anleger verunsichert
Die Furcht der Anleger vor einer Eskalation der Kämpfe in Syrien hat den europäischen Börsen am Dienstag zugesetzt. Auslöser war der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe an der Grenze zu Syrien. Die Leitindizes der Börsen in Istanbul und Moskau rutschten daraufhin um jeweils mehr als zwei Prozent ab.
Auf Befehl des Premiers?
Berichten zufolge soll der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu persönlich den Abschuss befohlen haben.
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Hier wird der Kampfjet getroffen
Über Syrien abgeschossen?
Russland hat den Absturz bestätigt, allerdings könne man beweisen, dass das Flugzeug die ganze Zeit über Syrien geflogen sei.
Absturz über syrischem Gebiet
Mehrere TV-Sender berichten, die Maschine sei auf syrischer Seite niedergegangen. Syrischen Rebellen zufolge soll der Jet in der syrischen Küstenprovinz Latakia abgestürzt sein.
Piloten festgenommen?
Ein türkischer Sender berichtete , einer der beiden Piloten sei von turkmenischen Rebellen gefangengenommen worden. Dies ist derzeit aber noch nicht bestätigt.
Augenzeugen aus der türkischen Grenzprovinz Hatay berichteten, dass türkische Hubschrauber über der Absturzstelle kreisen würden. Sie seien offenbar auf der Suche nach den Piloten.
Türkei hat mehrmals gewarnt
Nach türkischen Angaben wurde das Kampfflugzeug vom Typ SU-24 zehn Mal binnen fünf Minuten gewarnt, dass es in fremden Luftraum eingedrungen sei. Daraufhin habe man eigene F-16-Jets geschickt und die Maschine abgeschossen.
Immer wieder Luftraumverletzungen
Zuletzt war Anfang Oktober ein russischer Kampfjet in türkischen Luftraum eingedrungen. Einen anderen Zwischenfall bestreitet Moskau.
Hier rettet sich ein Pilot durch seinen Fallschirm.
Immer mehr Fotos vom Absturz tauchen auf. Laut russischen Behörden flog der Jet die ganze Zeit über syrisches Gebiet.
Zweites Flugzeug näherte sich Grenze
Nach türkischen Angaben hat sich Dienstagfrüh auch ein zweites Flugzeug aus Syrien kommend der Grenze genähert. Dieses und der daraufhin abgeschossene russische Kampfjet seien gewarnt worden, sagte ein türkischer Regierungsangehöriger der Nachrichtenagentur Reuters. Das russische Militär teilte indes mit, man suche mit Helikoptern nahe der Grenze zur Türkei nach den Piloten. Diese konnten sich nach Berichten mit Fallschirmen aus dem abstürzenden Jet retten. Ein türkischer Sender berichtete zuvor, einer der beiden Piloten sei von turkmenischen Rebellen gefangengenommen worden.
Folgen für türkische Lira
Der Abschuss eines russischen Kampfjets an der Grenze zu Syrien hat Türkei-Anleger am Dienstag verunsichert. Sie verkauften die Währung des Landes und trieben dadurch den Kurs des Dollar binnen Minuten auf 2,88 von zuvor 2,858 Lira. Der Leitindex der Istanbuler Börse baute seine Verluste aus und notierte um zwei Prozent tiefer.
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