Schiffsunglück

Über hundert Tote bei Flüchtlingsdrama im Mittelmeer

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27 Menschen überlebten das Bootsunglück vor der Küste Libyens.

 Im Mittelmeer hat sich erneut eine Flüchtlingstragödie mit Dutzenden Toten ereignet. In der Nacht auf Donnerstag kenterte ein Schlauchbootes mit 130 Flüchtlinge an Bord kamen, nur 27 Menschen konnten gerettet werden, 96 werden vermisst, teilte die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" am Donnerstag mit, die mit ihrem Schiff "Argos" den Überlebenden Hilfe leistete.

Seit Beginn der Woche dürften bei zwei Schiffsunglücken bereits mehr als 300 Flüchtlinge ertrunken sein. 38 Menschen konnten gerettet werden, mehr als 230 Migranten gelten als vermisst. Die Suche nach ihnen werde fortgesetzt, erklärte die italienische Küstenwache am Mittwoch. Geborgen wurden seit Anfang der Woche zehn Tote. Die Überlebenden erreichten unterdessen den Hafen der sizilianischen Stadt Catania.

Vor libyscher Küste

Das jüngste Flüchtlingsdrama ereignete sich rund 30 Seemeilen vor der libyschen Küste. Die Überlebenden wurden vom englischen Schiff "Enterprise" in Sicherheit gebracht, das im Rahmen der europäischen Mittelmeermission EUNAVFORMED im Einsatz ist.

"Täglich ereignet sich eine Flüchtlingstragödie im Mittelmeer", klagte "Ärzte ohne Grenzen" am Donnerstag. Die NGO fordert erneut mit Nachdruck die Einrichtung humanitärer Korridore, um Flüchtlingen zu ermöglichen, über sichere Wege nach Europa zu gelangen. Die italienische Küstenwache koordinierte am Donnerstag die Rettung von weiteren 120 Migranten an Bord eines Schlauchbootes.

Erst am Montag kenterte Schlauchboot

Bereits am Montag war ein Schlauchboot gekentert, lediglich 15 Flüchtlinge überlebten das Unglück. Fünf Menschen konnten nur noch tot geborgen werden, Überlebende sprachen zudem von 135 Vermissten. Bei einem weiteren Unglück am Dienstag kamen ebenfalls fünf Menschen ums Leben, 23 Flüchtlinge konnte die italienische Küstenwache retten. Weitere 95 Menschen werden noch vermisst.

Die Zahl der bei ihrer Flucht nach Europa ums Leben gekommenen Flüchtlinge ist in diesem Jahr besonders hoch. Nach Angaben der internationalen Migrationsbehörde IOM starben bisher 4.271 Migranten im Mittelmeer. 2015 hatte die Organisation 3.770 Todesfälle gezählt.
 

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