In Noworossijsk wurde das Flaggschiff Admiral Makarow sowie ein wichtiger Ölterminal durch einen ukrainischen Drohnenangriff attackiert.
In der Nacht zum Montag haben ukrainische Drohneneinheiten einen gezielten Schlag gegen den strategisch wichtigen Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer geführt. Im Fokus der Operation stand die Fregatte Admiral Makarow, die seit der Versenkung der "Moskwa" als Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte fungiert. Laut ukrainischen Angaben geriet zeitgleich auch die Bohranlage "Siwasch" unter Beschuss, wie der "Münchner Merkur" online berichtet.
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Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert "Madyar" Browdi, habe laut dem Portal den Einsatz auf Telegram bestätigt und soll Videoaufnahmen des Angriffs gepostet haben. Zu sehen sei, wie eine Drohne im Dunkeln auf die Fregatte zusteuere, bevor das Signal kurz vor dem Aufprall abbricht. Laut Browdi habe das Schiff zwar Luftabwehrraketen abgefeuert, hätte den Treffer jedoch nicht verhindern können. Das tatsächliche Ausmaß der Schäden an der 2017 in Dienst gestellten Admiral Makarow ist bislang nicht unabhängig verifiziert. Der Hafen dient als wichtigster Rückzugsort der Flotte, nachdem ukrainische Angriffe sie bereits aus Sewastopol verdrängt hatten.
Schäden nach heftigem Drohnenangriff
Neben der Marine-Basis wurde auch die wirtschaftliche Infrastruktur getroffen. Bei einem Drohnenangriff auf den Terminal des internationalen Caspian Pipeline Consortium (CPC) sowie den Terminal "Schescharis" des Konzerns Transneft gerieten vier Depots mit Ölprodukten in Brand. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte am Montag Schäden an einer Leitung sowie der Verladestelle. Der Vorwurf aus Moskau lautet, die Ukraine wolle die internationalen Energiemärkte gezielt destabilisieren. Die Ukraine hingegen versucht mit solchen Aktionen, die Finanzierungsquellen des russischen Angriffs zu schwächen.
Waffenruhe im Ukraine-Krieg vorgeschlagen
Inmitten der Eskalation macht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen diplomatischen Vorstoß. Er schlug via Videobotschaft eine teilweise Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen vor: "Wenn Russland bereit ist, die Angriffe auf unsere Energieanlagen einzustellen, sind wir bereit, spiegelbildlich zu antworten." Dies gilt auch mit Blick auf das orthodoxe Osterfest am Sonntag (12. April). Bisher zeigt sich der Kreml jedoch zurückhaltend und erklärte, bisher keine "klar formulierten" Vorschläge über die US-Vermittler erhalten zu haben.
Vor mehr als vier Jahren begann Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und attackiert seither auch immer wieder die ukrainische Energie-Infrastruktur, wodurch Millionen Menschen mit Strom- und Heizungsausfällen zu kämpfen haben. Auch die Ukraine greift die Energie-Infrastruktur Russlands an.