Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, dass Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA Gespräche über Bedingungen für ein Ende des Ukraine-Krieges führen wollen.
Davos. US-Präsident Donald Trump hat seinen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj in Davos getroffen und von einem sehr guten Treffen gesprochen. Die Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin laute, dass der Krieg aufhören müsse, sagte Trump am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF). Auch Selenskyj sprach von einem guten Treffen. Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen erstmals über Bedingungen für ein Kriegsende reden.
Ukraine-Russland-USA-Treffen angekündigt
Die trilateralen Gespräche sollen an diesem Freitag und Samstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden, wie Selenskyj im Schweizer Alpenort sagte. Nach Angaben des US-Präsidialamts dauerte das Gespräch von Selenskyj mit Trump etwa eine Stunde. Ein Durchbruch für ein Ende des Kriegs in der Ukraine sei nicht gelungen. Man habe "noch einen Weg vor sich", sagte Trump vor Reportern in Davos. Man müsse sehen, wie das Gespräch seines Unterhändlers Steve Witkoff mit Kremlchef Putin am Donnerstagabend in Moskau verlaufe.
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Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner werden abends in Moskau erwartet zu einem Gespräch mit Putin. Anschließend will Witkoff nach eigenen Angaben weiter nach Abu Dhabi reisen, wo Militärs und Wirtschaftsleute weiter verhandeln sollen.
Selenskyj kritisiert europäische Verbündete und NATO
Man habe über Flugabwehr und "Dokumente" gesprochen, ergänzte Selenskyj. Damit dürften die geplanten Vereinbarungen über Sicherheitsgarantien und den Wiederaufbau des Landes gemeint sein. Außerdem kritisierte Selenskyj seine europäischen Verbündeten und die NATO scharf und warf ihnen zu wenig Unterstützung für sein Land im Krieg mit Russland vor.
"Europa diskutiert gern über die Zukunft, scheut sich aber davor, heute zu handeln - Handlungen, die darüber entscheiden, welche Art von Zukunft wir haben", sagte Selenskyj. Selenskyj kritisierte auch die NATO. Das transatlantische Verteidigungsbündnis existiere lediglich dank des Glaubens, dass die USA im Falle eines Angriffs nicht tatenlos zusehen, sondern helfen würden. "Doch niemand hat das Bündnis bisher in Aktion erlebt", sagte Selenskyj. Er forderte eine Aufstockung der Streitkräfte. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert seit fast vier Jahren an.