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Flüchtlingsdrama

UNO befürchtet halbe Million Flüchtlinge

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Die Seeschifffahrtsorganisation warnt vor zehntausend Toten an den Küsten.

Die Vereinten Nationen fürchten, dass die Zahl der Mittelmeerflüchtlinge im laufenden Jahr die Marke von 500.000 übersteigen könnte. "Wenn wir nichts unternehmen, dürften wir es dieses Jahr mit einer halben Million Flüchtlinge im Mittelmeer zu tun haben", warnte der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO), Koji Sekimizu, am Mittwoch in Singapur. Zu befürchten seien rund 10.000 Tote.

Gegen Schmuggler vorgehen
Sekimizu forderte eine internationale Anstrengung, um dem Problem zu begegnen. Dabei dürfe es "nicht nur um Such- und Rettungsaktionen" gehen, auch gegen die "Schmuggler und Schlepper hinter den Kulissen" müsse vorgegangen werden. Die Europäische Union müsse eine zentrale Rolle spielen, sagte Sekimizu, nach dessen Angaben die IMO und andere UNO-Organisationen an einer Datenbank mit Angaben zu Schleusern arbeiten.

Tausende Tote
Sekimizu bezifferte die Zahl der Mittelmeerflüchtlinge im vergangenen Jahr auf mehr als 170.000 Menschen, von denen etwa 3000 ums Leben gekommen seien. Nach dem jüngsten Bootsunglück vor der libyschen Küste am Sonntag werden etwa 800 Tote befürchtet. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks handelte es sich bei den Insassen des 20 Meter langen Schiffs vorwiegend um Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea und Somalia.

Steigende Flüchtlingszahlen
Die EU sieht sich derzeit unter starkem Handlungsdruck, auf die steigenden Flüchtlingszahlen zu reagieren. EU-Ratschef Donald Tusk lud die EU-Staats- und Regierungschefs für Donnerstag nach Brüssel ein. Dabei soll über eine Ausweitung der Seenotrettung, Maßnahmen gegen Schlepper sowie eine solidarische Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Mitgliedstaaten beraten werden.

 

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