Nach dem tödlichen Unglück auf den Malediven laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Jetzt gibt es neue Hinweise darauf, warum fünf Taucher in einer Unterwasserhöhle ums Leben kamen.
Gut eine Woche nach der Tragödie am Vaavu-Atoll konnten nun auch die letzten beiden Leichen aus der Unterwasserhöhle geborgen werden. Laut Angaben aus Italien handelt es sich um zwei Frauen im Alter von 22 und 31 Jahren, die Teil der verhängnisvollen Expedition gewesen sein sollen.
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Bereits zuvor waren mehrere Tote gefunden worden. Insgesamt verloren fünf italienische Taucher bei dem Höhlentauchgang ihr Leben. Auch ein Rettungstaucher der maledivischen Streitkräfte starb später während des Einsatzes.
Gefährlicher Sog als Ursache?
Im Fokus der Ermittlungen steht nun ein mögliches physikalisches Phänomen. Experten vermuten, dass der sogenannte Venturi-Effekt in den engen Verbindungsgängen der Höhle eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte. Dabei wird Wasser an besonders schmalen Stellen stark beschleunigt und entwickelt eine enorme Sogwirkung. Ermittler halten es für möglich, dass die Taucher dadurch in den engen Höhlenpassagen festgesetzt wurden.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Aufgewirbeltes Sediment könnte die Sicht massiv verschlechtert haben. In den ohnehin engen Gängen hätten die Taucher dadurch womöglich die Orientierung verloren.
Tiefer getaucht als geplant
Laut Berichten soll die Gruppe deutlich tiefer unterwegs gewesen sein als ursprünglich vorgesehen. Statt etwa 30 Metern sollen die Taucher in Bereiche von rund 60 Metern vorgedrungen sein, mitten in ein kompliziertes Höhlensystem mit mehreren Kammern.
Die italienischen Behörden untersuchen den Fall inzwischen ebenfalls.
GoPro-Videos sollen Antworten liefern
Nun hoffen Ermittler auf technische Hinweise. In den kommenden Tagen sollen sowohl die Daten der Tauchcomputer als auch Aufnahmen von GoPro-Kameras ausgewertet werden. Diese könnten zeigen, was sich in den letzten Minuten vor dem Unglück tatsächlich abgespielt hat.
Die Leichen sollen inzwischen nach Italien überstellt werden, wo weitere Untersuchungen folgen. Familie und Freunde der Verunglückten nahmen bereits Abschied. Der Verlobte einer der Frauen erklärte laut italienischen Medien erschüttert: „Sie hat mir durch die schwersten Zeiten meines Lebens geholfen.“