Lukaschenko mit erhobenen Zeigefinger

Augenzeugen-Bericht

Weißrussland: Polizei verhaftet rund 20 Journalisten

Weil sie über Protest in Minsk berichten wollten.

Minsk. In Weißrussland (Belarus) hat die Polizei einem Augenzeugenbericht zufolge rund 20 Journalisten festgenommen, die über einen Protest in der Hauptstadt Minsk berichten wollten. Die Sicherheitskräfte hätten die Telefone und Ausweise der Reporter konfisziert, sagte ein Reuters-Zeuge am Donnerstag. Das Innenministerium teilte später mit, dass die Journalisten zur Polizeistation gebracht worden seien.
 
Dort solle geprüft werden, ob sie über eine gültige Presse-Akkreditierung verfügten. Alle Reporter, die eine offizielle Akkreditierung hätten, sollten freigelassen werden. Die Behörde bestritt, dass die Journalisten verhaftet worden seien.
 
Die Journalisten wollten dem Augenzeugen zufolge über eine Demonstration mit Hunderten Regierungsgegnern berichten, die in Minsk am Donnerstagabend auf die Straße gingen. Gegen Präsident Alexander Lukaschenko ist es in dem Nachbarland von Russland zu Massenprotesten gekommen. Hintergrund sind die Wahlen vom 9. August, bei denen sich Lukaschenko zum klaren Sieger erklärt hatte. Die Opposition erkennt den Sieg von Lukaschenko, der seit 1994 autoritär regiert, nicht an und wirft ihm Wahlbetrug vor.


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