Shuangyu Zugunglück

China

35 Tote: Highspeed-Zug stürzt von Brücke

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Nach einer Kollision zweier Züge stürzten die Waggons in die Tiefe.

Beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge sind im Osten Chinas mindestens 35 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Vier Waggons stürzten staatlichen Medienberichten zufolge am Samstagabend nahe der Stadt Wenzhou von einer Brücke, als ein Schnellzug in einen stehenden Hochgeschwindigkeitszug raste. Dieser war demnach zuvor nach einem Stromausfall infolge eines Blitzeinschlags zum Stehen gekommen.

Das Unglück ereignete sich auf der Strecke zwischen Hangzhou und Wenzhou in der Provinz Zhejiang, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern ausgelegt ist. Es war zunächst unklar, mit welcher Geschwindigkeit der eine Schnellzug den anderen rammte und wie viele Passagiere sich in den Zügen befanden.

Zwei Ausländer unter den Toten

Unter den 35 Toten seien zwei Ausländer, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua, ohne Angaben zu deren Nationalität zu machen. Rund 210 Insassen wurden demnach verletzt. In einigen Berichten hieß es, mehr als 1400 Passagiere seien in Sicherheit gebracht worden.

Fotos von der Unglücksstelle zeigten einen senkrecht aus dem Erdboden ragenden Waggon. Aus den Wrackteilen versuchten Rettungskräfte auch am Sonntag weiterhin, Überlebende zu bergen. Rettungstrupps mussten Opfer mit Schneidegeräten aus den verunglückten Waggons holen und Kräne einsetzen. Viele Menschen waren zunächst unter den Trümmern eingesperrt. Ein Passagier sagte Xinhua, er sei über eine Stunde lang mit 60 anderen Insassen in einem der Züge eingeschlossen gewesen. Mit einigen von ihnen habe er sich durch ein Fenster ins Freie retten können.

Regierung kündigt Untersuchung an
Präsident Hu Jintao und Regierungschef Wen Jiabao appellierten an die Helfer, alles zu tun, um weitere Passagiere zu retten. Bahnminister Sheng Guangzu kündigte eine Untersuchung des Unglücks an. Laut Xinhua ordnete die Regierung zudem eine "dringende Überprüfung" der Sicherheitsvorkehrungen im Schienenverkehr landesweit an.

Das Unglück war nach einer Serie von Pannen ein neuer Schlag für den ehrgeizigen Ausbau des Schnellzugnetzes in China. Erst Ende vergangenen Monats hatte Regierungschef Wen offiziell die umgerechnet 23 Milliarden Euro teure Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Peking und Shanghai eröffnet. Durch sie halbiert sich die Fahrzeit zwischen den beiden Städten. Allerdings machte die Verbindung bisher mehr durch Verspätungen nach Stromausfällen von sich reden. Das Unglück löste auch im chinesischen Internet eine heftige Diskussion über die Sicherheit des rasant ausgebauten Hochgeschwindigkeitsnetzes in China aus.

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