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Seit 1980 verliehen

Alternative Nobelpreise vergeben

"Right Livelihood Awards" nach Brasilien, USA, Indien und Kolumbien - darunter an den US-Antikriegsaktivisten Daniel Ellsberg.

Verliehen werden die diesjährigen Alternativen Nobelpreise an den gehen an den US-amerikanischen Publizisten und Antikriegs-Aktivisten Daniel Ellsberg, die indische Frauenrechtlerin Ruth Manorama und an das Poesie-Festival von Medellín, Kolumbien. Den Ehrenpreis 2006 erhält der Mitbegründer des Weltsozialforums, der Brasiliner Chico Whitaker Ferreira. Die Preise sollen am 8. Dezember im schwedischen Reichstag feierlich überreicht werden.

„Mut führt Veränderung herbei“
Right-Livelihood-Gründer Jakob von Uexküll sagte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm, die Preisträger hätten ein Beispiel dafür gegeben, "wie individueller Mut, auch angesichts mächtiger Interessen und Repression bemerkenswerte Veränderungen herbei führen können". In der Begründung der Jury zu Ellsberg hieß es unter anderem, er habe durch sein Mitwirken an der Beendigung des Vietnam-Kriegs "Friede und Wahrheit an erste Stelle gereiht."

„Pentagon Papiere“
Der Publizist und Kriegsgegner Daniel Ellsberg hatte 1971 mit der Veröffentlichung der "Pentagon Papiere" der Bewegung gegen den Vietnamkrieg wesentlichen Auftrieb gegeben. Aus den Geheimdokumenten ging hervor, dass die amerikanische Regierung über die Aussichten im Vietnamkrieg offenkundig die Unwahrheit gesagt hatte. Ellsberg wurde 2003 gemeinsam mit den beiden Friedensnobelpreisträgerinnen, der Irin Mairead Corrigan Maguire und Landminen-Gegnerin Jody Williams bei einer Demonstration vor dem Weißen Haus festgenommen. Er ist einer der prominentesten Gegner der Politik von US-Präsident George W. Bush.

Anwältin von Frauen
Die Inderin Manorama wurde von der aus sieben Personen bestehenden Jury als Anwältin von Frauen der "unberührbaren" Dalit-Kaste für ihre jahrzehntelangen Einsatz für die Gleichberechtigung in Indien gewürdigt.

Das Internationale Poesie-Festival von Medellín in Kolumbien erhielt den Preis für seinen Friedenseinsatz in "einer der gewalttätigsten Städte der Welt". Die Organisatoren hätten gezeigt, wie "Kreativität, Schönheit, Freier Ausdruck und Gemeinschaft gedeihen können und auch tief eingegrabene Angst und Gewalt überwinden können".

Ehrenpreis nach Brasilien
Der brasilianische "Geburtshelfer" des Weltsozialforums, der Brasilianer Chico Whitaker Ferreira erhielt den Ehrenpreis für sein "lebenslanges Engagement für soziale Gerechtigkeit, die die Demokratie in Brasilien gefestigt" habe. Whitaker hatte die ersten drei Weltsozialforen in den Jahren 2001-2003 im brasilianischen Porto Alegre geleitet.

Zwei Österreicher ausgezeichnet
Die vom deutsch-schwedischen Publizisten und ehemaligen grünen Europa-Abgeordneten Jakob von Uexküll ins Leben gerufenen Preise werden seit 1980 jedes Jahr vergeben. Sie sind jeweils mit insgesamt 2 Millionen schwedischen Kronen (215.587 Euro) dotiert. Mit dem Preis sollen vor allem Leistungen für Frieden, Umwelt und soziale Gerechtigkeit honoriert werden.

Bisher wurden zwei Österreicher ausgezeichnet: Der Ökonom Leopold Kohr im Jahr 1983 und der Zukunftsforscher Robert Jungk 1986. Beide sind mittlerweile verstorben.

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