Aufregung in Italien: Eine Frau will eine Samenspende ihres im Koma liegenden Ehemannes. Der Vatikan geht auf die Barrikaden.
Der Fall einer Italienerin, die mit dem zuvor tiefgefrorenen Samen ihres im Koma liegenden Mannes ein Baby bekommen will, spaltet das Land und sorgt für heftige Proteste aus dem Vatikan. Die Frau forderte, dass die Ärzte des Krankenhauses der lombardischen Stadt Pavia, in dem ihr 35-jähriger Mann im Koma liegt, ihm Samen entnehmen, um sie zu befruchten. Bisher war noch keine Italienerin mit dem Sperma eines im Koma liegenden Mannes befruchtet worden.
Spital weigert sich
Das Krankenhaus weigerte sich jedoch zu
dieser Prozedur, da für eine künstliche Befruchtung die Zustimmung beider
künftiger Eltern notwendig ist. Der Mann könne seinen Konsens zur
Befruchtung seiner Frau nicht geben, verlautete es aus dem Krankenhaus.
Mediziner will Behandlung durchführen
Der international
bekannte Gynäkologe, Severino Antinori, schaltete sich ein und erklärte sich
bereit, den Mann in seine Klinik aufzunehmen und seinen Samen zur
künstlichen Befruchtung einzufrieren. Hier gehe es um reine Menschlichkeit,
er wolle den tiefen Wunsch der Frau nach einem Kind erfüllen, sagte der
umstrittene Fortpflanzungsmediziner.
Antinori machte erstmals 1994 Schlagzeilen, als er einer 63 Jahre alten Frau mit Hilfe eines Spender-Eis und von Hormonen zu einer Schwangerschaft verhalf.
Vatikan: Wille fehlt
Der Vatikan sprach sich entschieden gegen
die künstliche Befruchtung mit dem Sperma eines im Koma liegenden Mannes
aus. Der Mann könne nicht seinen Willen zur Samenentnahme und zur Zeugung
eines Kindes geben, daher dürfe die künstliche Befruchtung auf keiner Weise
erfolgen, sagte Bischof Elio Sgreccia, emeritierter Präsident der
päpstlichen Akademie für das Leben.