Die zweithöchste Hitzewarnstufe ist in Frankreich am Donnerstag auch auf den Großraum Paris ausgeweitet worden. Dort werden Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet, wie der Wetterdienst mitteilte. Im Süden des Landes könnte das Thermometer auf 39 Grad steigen.
Insgesamt gilt die Warnstufe für 17 Départements, vor allem im Westen Frankreichs. Auch Italien hat die höchste Hitzewarnstufe für Rom, Florenz, Bologna und Turin ausgerufen.
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Seit Beginn der jüngsten Hitzewelle in Westeuropa sind in vielen Orten Frankreichs historische Höchstwerte übertroffen worden. Die Regierung hat für den Nachmittag eine Krisensitzung einberufen. Sie steht in der Kritik, die Bevölkerung nicht ausreichend auf die immer häufigeren und schlimmeren Hitzeperioden vorzubereiten, die eine Folge des menschengemachten Klimawandels sind.
Gesundheitsministerin Stéphanie Rist rief dazu auf, regelmäßig zu trinken, die Fensterläden tagsüber zu schließen und körperliche Aktivitäten einzuschränken. Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou appellierte an Bauunternehmen, die Arbeit auf Baustellen einzustellen, wenn die Hitze zu stark werde. Eine konkrete Temperatur nannte er nicht. Im französischen Arbeitsrecht sind keine Schwellenwerte genannt. Bildungsminister Edouard Geffray schließt ein Verschieben der anstehenden Abschlussprüfungen in den Schulen bisher aus.
Die Temperaturen liegen in Frankreich derzeit zwischen zehn und 15 Grad über den für die Jahreszeit üblichen Temperaturen. Hinzu kommt eine Ozonwarnung, die den Großraum Paris und Südfrankreich betrifft. In diesen Regionen dürfen Autos, die besonders viele Schadstoffe ausstoßen, derzeit nicht fahren.
53 Grad in Volksschule
Eine Volksschule mit Glasdach im Südwesten Frankreichs stellte nach dem Anstieg der Temperatur im Inneren des Gebäudes auf 53 Grad den Nachmittagsunterricht ein. "Ein Kind ist ohnmächtig geworden und mehrere haben sich erbrochen", sagte der Schulbeauftragte von Soustons, Florian Deygas, am Donnerstag. Die Mitte der 80er-Jahre gebaute Volksschule hat einen Gang mit einem einfach verglasten Glasdach, in dem die Temperaturen in den vergangenen Tagen unerträglich wurden.
Am Donnerstag und Freitag sollte deswegen der Unterricht ab 12.00 Uhr mittags ausfallen. Die Stadt ließ im Schulhof Wassersprüher aufstellen und gab den betroffenen Familien gratis Zugang zum Freibad. Die Renovierung der Volksschule, die von etwa 350 Kindern besucht wird, werde mindestens zwei Jahre dauern, sagte Deygas.
Hitzewelle in Italien
Auch Italien stöhnt unter einer für die Jahreszeit ungewöhnlichen Hitzewelle. In Turin wurden bis zu 33 Grad, in Florenz und Bologna 32 Grad und in der Hauptstadt Rom 31 Grad erwartet. Die höchste Warnstufe wird ausgelöst, wenn hohe Temperaturen und besondere Wetterbedingungen drei Tage in Folge oder länger anhalten.
Bei dieser Stufe - Stufe drei - wird vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit auch von gesunden und aktiven Menschen gewarnt, nicht nur auf Risikogruppen wie ältere Menschen, Kleinkinder oder Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Während eine Hitzewelle durch große Teile Mittel- und Westeuropas zieht, zeigt sich Griechenland von seiner freundlichsten Sommerseite: Warme, aber angenehme Temperaturen zwischen 18 und 32 Grad Celsius sowie frische Meeresbrisen prägen die kommenden Tage. Auf zahlreichen Inseln sollen die Thermometer die 30-Grad-Marke nicht überschreiten, teilte das Wetteramt mit.