Alkoholexzesse

Flucht vor "Tutto Gas" – Lignano-Hotels nicht ausgebucht

Das lange Pfingstwochenende hat in der bei Österreichern beliebten norditalienischen Badeortschaft Lignano mit dem erwarteten Ansturm junger Urlauber begonnen. 

Von einem vollständigen Ausverkauf der Unterkünfte ist die Stadt jedoch weit entfernt. Die Auslastung der Hotels liegt derzeit bei rund 80 Prozent, teilten die Behörden mit. Einige Lokale und Hotels haben inzwischen interne Sicherheitsdienste eingerichtet, um die Folgen von Alkoholexzessen zu minimieren.

Zahlreiche junge Österreicher, vor allem aus Kärnten, trafen am Freitag in Gruppen ein, um den ersten echten Sommertag am Meer zu genießen. Viele zog es allerdings weniger zu den Liegestühlen als vielmehr an die Bars der Strandbäder. Auch der freie Strand war stark besucht, größere Zwischenfälle wurden dort jedoch nicht registriert, wie lokale Medien meldeten. Um 20.00 Uhr wurde der Strand geräumt. Sicherheitskräfte überwachten die vollständige Evakuierung des Areals.

Großaufgebot der Sicherheitskräfte

Wie von der Polizei vorgesehen, wurde die Stadt umfangreich kontrolliert. Carabinieri und Polizisten arbeiteten gemeinsam mit österreichischen Polizeistreifen an Präventions- und Kontrollmaßnahmen. Unterstützung kam zudem von weiteren Polizeikommandos der Region, darunter aus Tolmezzo, das auch Hundestaffeln entsandte.

Die Feiern am Pfingstwochenende sind bei Österreichern auch als "Tutto Gas" bekannt. Während der Pfingstfeierlichkeiten hat die Gemeinde frühere Sperrstunden für Lokale, Einschränkungen beim Verkauf und Konsum von alkoholischen Getränken zu bestimmten Zeiten sowie eine Begrenzung der erlaubten Lautstärke von Musik verordnet.

Der Stadtrat für die Ortspolizei, Alessio Codromaz, sprach von einem vergleichsweise ruhigen Auftakt: "Der erste Tag verlief ruhiger als in den vergangenen Jahren. Die Räumung des Strandes erfolgte ohne Probleme. Nun bleibt abzuwarten, wie sich der Samstagabend entwickelt, der üblicherweise die größten Exzesse mit sich bringt", sagte Codromaz.

Verstärkte Maßnahmen für Rückreiseverkehr

Lignanos Bürgermeisterin Laura Giorgi erklärte in einer Mitteilung, Ziel sei es, "das Freizeitbedürfnis der vielen jungen Gäste mit den Interessen von Einwohnern, Unternehmern und Urlaubern zu vereinbaren, die Lignano für ruhige Ferientage wählen". Dafür seien Kontrollen, Präsenz der Polizei im Stadtgebiet und die Zusammenarbeit aller Beteiligten entscheidend.

Für Pfingstmontag - der erste größere Rückreise-Tag - sind zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen vorgesehen. Geplant sind mehr Personal zur Verkehrslenkung sowie ein Pannendienst auf der Autobahn A23 Udine-Tarvisio. Da für Schwerfahrzeuge in Österreich ein Fahrverbot gilt, wurden außerdem zusätzliche Parkmöglichkeiten am Grenzterminal Pontebba sowie im Industriegebiet von Amaro eingerichtet.

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