Kroatien erlebt derzeit ein Wetter-Ereignis der Superlative: Orkanartige Böen und bis zu ein Meter Neuschnee hielten das Land 48 Stunden lang in Atem. Experten sprechen von einem Phänomen, das statistisch nur alle 100 Jahre vorkommt.
Kroatien. Das Extremwetter in den vergangenen Tagen wurde durch einen sich rasch entwickelnden Zyklon ausgelöst, der kalte Luftmassen aus dem Norden direkt an die Adria brachte. "Es handelt sich um einen sich rasch entwickelnden Zyklon. Kalte und feuchte Luftmassen strömten aus dem Norden herab. Die Kaltluft brachte auch große Schneemengen mit sich. Das Zentrum des Zyklons lag entlang der Adria und wies starke Gradienten auf, die heftige und stürmische Winde verursachten", erklärte der Meteorologe Darijo Brzoja gegenüber "Dnevnik.hr".
In der Hauptstadt Zagreb wurde mit 120,6 km/h die stärkste je aufgezeichnete Windböe gemessen. Während herkömmliche Sommergewitter oft nach 30 Minuten abziehen, tobte dieser Orkan über 24 Stunden am Stück. Die Folgen waren verheerend: Zahlreiche Haushalte in Kroatien waren ohne Strom, und die meisten Inseln blieben am Freitag komplett vom Festland abgeschnitten, da der Schiffsverkehr eingestellt werden musste.
Nicht nur der Wind, sondern auch massive Schneefälle überraschten die Regionen. In Gorski Kotar fielen örtlich bis zu 80 Zentimeter Schnee, in einigen Gebieten sogar bis zu einem Meter. Während Istrien nach heftigem Regen vergleichsweise glimpflich davonkam, bleibt die Lage in anderen Teilen des Landes kritisch.
Besonders die hydrologische Situation ist angespannt, da innerhalb von nur 24 Stunden teils mehr Regen fiel als sonst im gesamten Monat März. In Ogulin wurden beispielsweise 108 mm Niederschlag gemessen, was sofortige Hochwasserschutzmaßnahmen erforderlich machte.
Kälteperiode bis April
Die Wetterprognosen versprechen für das restliche Wochenende eine allmähliche Beruhigung, auch wenn es weiterhin bewölkt und windig bleibt. Der Zustrom kalter Luft aus Nordeuropa soll jedoch noch bis Anfang nächster Woche anhalten. Meteorologen rechnen damit, dass diese ungewöhnliche Kälteperiode voraussichtlich bis Anfang April andauern wird. Vor allem in den Bergregionen muss weiterhin mit Schneefall gerechnet werden, was die Passierbarkeit der Straßen zusätzlich erschwert.