Meer blutrot

Island macht Jagd auf Wale

Das Walfleisch ist für den Export nach Japan bestimmt. Island hat den Abschuss von 100 Zwergwalen freigegeben.

Isländische Walfänger sind erstmals in diesem Jahr zu ihrer heftig umstrittenen Jagd auf die Meeressäuger aufgebrochen. Ein Boot eröffnete in Njardvik im Südosten der Atlantikinsel die Saison, um Zwergwale zu erlegen. Die Regierung hat für die Zeit bis zum Spätsommer 100 dieser Tiere für den Abschuss freigegeben. Das Walfleisch ist zur Hälfte für den Export nach Japan bestimmt.

"Bankrotterklärung"
Unter Anspielung auf die in Island besonders schwere Finanzkrise nach mehreren Bankzusammenbrüchen meinte die Internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS: "Die nächste Bankrotterklärung Islands - diesmal eine in der Artenschutzpolitik." Der kommerzielle Walfang ist weltweit durch ein Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWK) seit 1986 verboten.

Islands neue Linksregierung mit der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardottir steht dem Walfang deutlich skeptischer gegenüber als die bis Februar amtierende unter dem Konservativen Geir Haarde. Dessen Fischereiminister hatte unmittelbar vor der Ablösung noch 100 Zwergwale sowie 150 Finnwale zum Abschuss freigegeben. Diese Entscheidung sei nicht mehr umzustoßen, erklärte die neue Regierung dann nach dem Wechsel. Sigurdardóttir will ihr Land möglichst schnell zu einem Mitglied der EU machen, aus der heftiger Widerstand gegen den isländischen Walfang kommt.

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