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Unruhen bei Paris

Jugendliche zünden Bus und Autos an

Die Polizeigewerkschaft fordert von der Regierung, die Abstellung einer " sichtbaren und großen" Anzahl von Bereitschaftspolizisten.

Knapp ein Jahr nach den sozialen Unruhen in Frankreich ist es am Sonntag bei Paris erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Jugendliche in Grigny südlich von Paris hätten zuvor mehrere Autos und einen Bus in Brand gesetzt, sagte ein Polizeisprecher. Bis zu 50 Jugendliche seien daran beteiligt gewesen. Auch derzeit gebe es noch sporadische Zwischenfälle, vor allem Steinwürfe, sagte der Sprecher am Abend.

Mehr Polizisten werden gefordert
Die Polizeigewerkschaft CFTC forderte die Regierung auf, eine "sichtbare und große" Anzahl von Bereitschaftspolizisten abzustellen, um Jugendliche von weiteren Angriffen auf Polizei-Patrouillen abzuhalten. In den vergangenen Tagen waren in mehreren Städten Polizisten mit Brandsätzen attackiert worden. "Diese jüngsten Zusammenstöße sind der stufenweise Beginn einer Neuauflage der Vorfälle vom November 2005", erklärte die CFTC mit Blick auf die Vorfälle in Grigny.

Ausschreitungen wie vor einem Jahr werden befürchtet
Im Herbst 2005 hatten überwiegend Jugendliche über drei Wochen hinweg in verarmten Pariser Vorstädten und anderen Orten im ganzen Land randaliert. Mehr als 9.000 Autos waren in Brand gesetzt worden. Es waren die schwersten Krawalle in Frankreich seit fast 40 Jahren. Die meisten Randalierer waren Jugendliche afrikanischer oder arabischer Herkunft, die über Diskriminierung, Arbeitslosigkeit und mangelnde Perspektiven klagten. Die Krawalle hatten in Frankreich eine heftige Einwanderungsdebatte ausgelöst.

Härtere Strafen für die Täter
Innenminister Nicolas Sarkozy hatte nach den jüngsten Übergriffen bereits angekündigt, Angriffe auf Polizei und Feuerwehr künftig härter zu bestrafen. Das Thema innere Sicherheit wird wohl eine zentrale Rolle im französischen Präsidentenwahlkampf 2007 spielen. Besonders der konservative Spitzenkandidat Sarkozy versucht, sich als kompromissloser Kämpfer gegen das Verbrechen zu profilieren.

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