Gemeinde dagegen

Mitten in der Saison: Skigebiet soll plötzlich verkauft werden

Ein beliebtes Schweizer Skigebiet steht zum Verkauf. Die Fideriser Heuberge suchen einen neuen Besitzer, doch die Gemeinde winkt bereits ab. Was passiert nun mit dem Mini-Resort? 

Die Fideriser Heuberge stehen zum Verkauf. Das bekannte Ski- und Wandergebiet gehört dem Unternehmer Walter Vetsch, der sich nun von seinem Eigentum trennen möchte. Vetsch hatte das Gebiet im Jahr 2011 für sechs Millionen Franken erworben und sich damals gegen 50 weitere Investoren aus dem In- und Ausland durchgesetzt. Wie die "Südostschweiz" berichtet, gab er diesen Entscheid an der Generalversammlung der Heuberge AG bekannt.

Highlight für Wintersportler

Zu den Fideriser Heubergen zählt unter anderem die längste Schlittelbahn der Schweiz. Die Strecke ist zwölf Kilometer lang, wobei die Schlittler stolze 1100 Höhenmeter überwinden. Allerdings musste die spektakuläre Bahn in den vergangenen Jahren immer wieder wegen Schneemangels geschlossen bleiben. Anders sieht es beim Skigebiet selbst aus: Die vier Lifte liegen auf über 2000 Metern über Meer und gelten als schneesicher. Das Verkaufspaket umfasst zudem drei Berggasthäuser mit über 200 Betten. Aktuell wird das Bündner Mini-Resort noch von Henrik Vetsch, dem Sohn des Eigentümers, betrieben.

Gemeinde lehnt Kauf ab

In Fideris GR sorgten die Verkaufsabsichten für Aufregung. Die Heuberge sind für den Tourismus im Prättigau von großer Bedeutung und fungieren als wichtiger Arbeitgeber. Im Winter finden hier rund 80 Angestellte einen Job. Doch wird die Gemeinde nun zuschlagen? Gemeindepräsident Luca Giger winkt ab. "Uns fehlen die Mittel für den Kauf von derzeit nicht rentablen Anlagen", erklärte er gegenüber der "Südostschweiz". Zudem sei es nicht Aufgabe der Gemeinde, Skilifte und Gasthäuser zu betreiben. Dennoch betonte er: "Wir haben Interesse an einem funktionierenden Naherholungsgebiet."

Hoffnung auf Erhalt

Das Ziel bleibe weiterhin, die für das Dorf, die Einheimischen und die Gäste wichtigen Anlagen zu erhalten, heisst es aus dem Gemeindehaus. Der Wert der Anlagen dürfte sich im hohen einstelligen Millionenbereich bewegen. Ein interessantes Detail für potenzielle Käufer: Der Boden gehört größtenteils der Gemeinde.

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