Moskau-Anschlag
Rebellenführer Umarov bekennt sich
Tschetschenische Islamisten haben sich zu dem Attentat auf dem Flughafen Domodedowo bekannt.
Der Chef der islamistischen Gruppe Kaukasus-Emirat sagte in einer am Montagabend auf der Website kavkazcenter.com veröffentlichten Videobotschaft, er habe den Befehl zu dem Attentat gegeben. Umarow kündigte zugleich weitere Anschläge an. Vergangene Woche hatte Umarow gedroht, das Jahr 2011 werde ein Jahr von "Blut und Tränen" sein. Die Bluttat von Moskau bezeichnete der 46-Jährige als Vergeltung für die "russischen Verbrechen im Kaukasus".
Seit zwei Jahrzehnten ist Doku Umarow auf der Flucht. Immer wieder entkommt der langbärtige Islamistenführer und selbst ernannte "Emir des Kaukasus" in den dicht bewaldeten Tälern der Region seinen Jägern. Und immer wieder schlägt er von dort aus im Herzen des russischen Staats zu - oder vielmehr lässt zuschlagen.
Auf der Liste der meistgesuchten Männer Russlands steht Umarow seit dem ersten Tschetschenien-Krieg 1994, bereits mehrfach wurde er von der russischen Armee fälschlicherweise für tot erklärt. Viele Jahre war der im tschetschenischen Harsenoi geborene gelernte Ingenieur ein Wegbegleiter der führenden Aufständischen. Er kämpfte unter dem damaligen Präsidenten Aslan Maschadow, mit dem er sich später zerstritt, gegen die russischen Truppen. Zwischen den beiden Kriegen, die Moskau gegen die abtrünnige Kaukasus-Republik Tschetschenien führte, versah der 46-Jährige einen Posten im nationalen Sicherheitsrat Tschetscheniens.
Experten sehen Umarow als Vordenker der Ausbreitung und islamischen Radikalisierung des Aufstandes im Kaukasus. Mit der Ausrufung des "Kaukasus-Emirats" sei das Ziel einer Unabhängigkeit von Moskau Vergangenheit geworden, sagte etwa Alexander Tscherkasow von der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial. Umarows Bewegung sei "ausschließlich fundamentalistisch".
Terroranschlag auf Moskauer Flughafen
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