Feuerinferno

Todesbar-Betreiber Moretti lehnte feuerfestes Material ab - um zu sparen!

Schock-Aussagen von einem der wichtigsten Zeigen im Prozess gegen Jaques Moretti, der Barbetreiber von „Le Constellation“, in der zu Neujahr 2026 bei einem Brand 41 Menschen ums Leben kamen. Viele von ihnen bei lebendigem Leib verbrannt. 

Das Bar-Inferno von Crans-Montana zur Silvesternacht hinterlässt tiefe Wunden bei den Angehörigen der 41 Todesopfer und mehr als 100 Verletzten. Aber auch weltweit schockiert die Schweizer-Tragödie - vor allem die Umstände. Scheinbar hat es der Barbetreiber nicht so ernst mit den Brandschutzbestimmungen genommen, angefangen von dem versperrten Notausgang bis hin zu Schaummaterial an der Decke.

Barchef gibt verstorbenen Mitarbeitern die Schuld

Vor wenigen Tagen startete der Prozess gegen Jacques Moretti und seine Partnerin, auch gegen die Gemeinde wird ermittelt.

Crans-Montana Moretti
© APA/AFP/MAXIME SCHMID

Auf dem Weg zur Vernehmung wurde das Paar von Angehörigen verbal attackiert.

Crans-Montana Moretti
© APA/AFP/MAXIME SCHMID

Crans-Montana Moretti
© APA/AFP/MAXIME SCHMID

Schockierend ist auch die Schuldzuweisung des Todesbar-Betreibers auf seine ehemaligen Mitarbeiter, die selbst bei dem Inferno ums Leben kamen, darunter die Kellnerin, die mit Champagnerflaschen und Sprühkerzen auf den Schultern ihres Kollegen saß - dann fing die Decke Feuer und die Katastrophe war nicht mehr aufzuhalten.

Crans-Montana Kellnerin
© X

Moretti lehnte feuerfestes Material ab - um zu sparen!

Zeugenaussagen: Der Lieferant Robert Borbiro, der Moretti damals mit Materialien belieferte, soll ihm auch brandfeste Akustikplatten angeboten haben. Der Mann soll sich bereits am 3. Januar bei der Polizei gemeldet haben, also zwei Tage nach der tragischen Silvesternacht.

„Ich habe für Herrn und Frau Moretti die Inneneinrichtung zur Eröffnung ihres Lokals im Jahr 2016 realisiert. Bei der Auftragsbestätigung schlug ich vor, alles mit feuerhemmendem Schaumstoff zu verkleiden. Diese Option wurde vom Kunden aus Budgetgründen abgelehnt“, zitiert „Il Messaggero“ aus der E-Mail. Moretti soll stattdessen selbst Material beschafft haben.

Lieferant Borbiro zählt weitere Sicherheitsbedenken auf. Er kritisiert das Belüftungssystem der Bar, den unzureichenden Fluchtweg und die Treppe zum Untergeschoss, vor der viele Todesopfer gezählt wurden. „Ich verstehe nicht, wie die Einrichtung eine Betriebsgenehmigung erhalten konnte“, so Borbiro.

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