Schock-Details

Crans-Montana-Tragödie: Barbetreiber war bereits amtsbekannt!

Nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana rückt der Inferno-Wirt Jacques Moretti in den Fokus der Ermittlungen. Wie jetzt bekannt wird, war er den französischen Behörden bereits seit Jahren bekannt!

Mehrere französische Medien berichten unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass Moretti bereits wegen Zuhälterei im Gefängnis saß. Demnach wurde er 2005 in Savoyen festgenommen und 2008 vom Strafgericht in Annecy wegen „Anstiftung zur Prostitution“ verurteilt, wie die Regionalzeitung Le Dauphiné schreibt.

Der Fall betraf offenbar die Anwerbung junger Frauen in Frankreich, die anschließend in einem Erotik-Massagesalon in Genf arbeiten sollten.

Haftstrafe und Berufsverbot

Moretti wurde zu zwölf Monaten Haft verurteilt, acht davon auf Bewährung. Zudem erhielt er ein Berufsverbot als Geschäftsführer eines französischen Betriebs, wie Le Matin berichtet. Während der Ermittlungen bestritt der damals 32-Jährige die Vorwürfe weitgehend. Er räumte lediglich ein, den Genfer Massagesalon drei Monate lang unter dem Namen eines Schweizer Betreibers geführt zu haben.

Die damalige Verteidigerin Morettis erklärte gegenüber französischen Medien, viele Anschuldigungen seien aus ihrer Sicht nicht ausreichend belegt gewesen. Deshalb habe sie auf Freispruch plädiert.

Weitere Verurteilung wegen Sozialbetrugs

Hinzu kommt eine weitere Verurteilung im Jahr 2010: In Bastia auf Korsika wurde Moretti laut Franceinfo wegen Sozialbetrugs schuldig gesprochen. Details zu diesem Verfahren sind bislang unklar.

Ehefrau nicht vorbestraft

Morettis Ehefrau Jessica Moretti (40) ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht vorbestraft. Beide stehen jedoch seit dem Brand in der Neujahrsnacht im Zentrum eines Strafverfahrens der Walliser Staatsanwaltschaft. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandverursachung.

Erste öffentliche Stellungnahme

Fünf Tage nach der Katastrophe brach das Ehepaar am Dienstagabend erstmals sein Schweigen. In einer schriftlichen Erklärung heißt es: „Wir sind am Boden zerstört. Aus Respekt vor der Zeit der Trauer und des Gedenkens sowie aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens werden wir uns derzeit nicht weiter äußern.“ Man habe „volles Vertrauen in die Ermittler“ und werde uneingeschränkt mit den Behörden kooperieren, heißt es weiter. Einer Verantwortung wolle man sich „keinesfalls entziehen“.

Währenddessen kämpfen Überlebende weiterhin um ihr Leben – und immer mehr Details zur Vorgeschichte der Betreiber werfen neue Fragen rund um das Inferno von Crans-Montana auf.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten